Flexibles Handschuh-Setup für tiefe Temperaturen

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    • Flexibles Handschuh-Setup für tiefe Temperaturen

      In diesem Beitrag möchte ich euch gern mein Handschuh-Setup für meine Art der Winter-Touren vorstellen. Gerade im Winter sind die Anforderungen an die Verschiedenen Ausrüstungsteile ja sehr speziell hinsichtlich Art und Charakter einer Reise.
      Wer Kilometer macht auf Skiern oder Schneeschuhen ist anders unterwegs als jemand der im Winter dem Wild nachstellt und das manchmal über mehrere Tage.

      Ich bin der Meinung gerade beim Handschuh-System sollte man auf Vielseitigkeit, Flexibilität, Robustheit und Wärme sowie Winddichtigkeit achten.
      Teilweise ist man längere Strecken auf
      Schneeschuhen unterwegs. Danach muss man sein Zelt oder Lager einrichten, Holz schlagen und Zunder sammeln.
      Evtl bekommt man die Gelegenheit zum Eis-Fischen... Alles Unterschiedliche Anforderungsprofile und so habe ich mein Setup daher zusammen gestellt und eingerichtet:
      Insgesamt habe ich drei Paar
      Handschuhe dabei.

      1. sehr dünne Schurwoll-Handschuhe als erste Lage und für Nachts. Darüber kommt ein paar dicke, schwedische Lovikka (Fäustlinge). Diese bilden die "schwere Isolation". Darüber kommen Überhandschuhe aus Goretex. Diese bieten Wind-u. Wasserabweisung. Mit dieser Kombination kann man mit dem Akia fahren ohne Kälte Pfoten. Der Hundeschlitten Test steht noch aus.
      2. Gefütterte Rentier-Lederhandschuhe, welche für grobe arbeiten super sind! Sie sind sehr robust und trotzdem warm und relativ Winddicht. Damit lässt sich gut auch mal schnell ein Zelt aufbauen oder die Schneeschaufel schwingen. Wichtig war mir auch, dass man ein paar warme Handschuhe hat, die man schnell ausziehen kann, wenn man ein Gewehr führt bei der Jagd. Unter den Lederhandschuhen lassen sich bei Bedarf sie die dünnen Wollhandschuhe darunter tragen.
      3. Ein paar Lederne, robuste Arbeitshandschuhe mit zwei paar Woll-Linern, sodass man immer ein paar trocken hat. Hier lassen sich längere Arbeiten bei kaltem Temperaturen durchführen.

      Der große Vorteil das "Zwiebel-Prinzip" auch bei den Handschuhen anzuwenden ist der, dass man die Schichten der Kälte und der Aufgabe entsprechend anpassen kann. Weiterhin muss immer sicher gestellt sein, dass man trockene Handschuhe als Alternative am Start hat.
      Was ich ebenfalls mit habe, ist eine Art Riemen oder Schlaufen die ich an den Überhandschuhen befestige, sodass man diese nicht verliert.

      Bis jetzt habe ich mit diesem System auf versch. Touren noch keine Erfrierungen erlitten ;) ich bin damit bis jetzt sehr zufrieden.

      Habt ihr Verbesserungen oder würdet ihr etwas anders machen?

      Wie sehen eure Handschuhe oder Handschuh-Setups aus?
    • Gefällt mir dein Setup :thumbsup:
      Seit ich die Heat Systemhandschuhe habe, die ich mit Linern nutzen kann nehme ich nur noch diese.
      Wenn ich die Winterkisten vom Speicher geholt habe, kann ich dir mal Bilder machen.

      Zum harten Arbeiten kommen diese hier mit oder ohne Liner zum Einsatz:
      engelbert-strauss.de/Arbeitssc…0250-7651210-820-865.html

      Nachtrag:
      Als Liner verwende ich Icebreaker Apex.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ope ()

    • Dr.Dive schrieb:

      Als "Überhandschuh" gefallen mir persönlich auch Lobster- Handschuhe sehr gut, da man hiermit noch etwas mehr Freiheit in der Fingerbeweglichkeit hat. Wer sowas nicht kennt, es sind Handschuhe mit Daumen und je 2x2 eingeschlossenen Langfingern.
      Also quasi vulkanische Grußhandschuhe...
      Through an Action, a Man becomes a Hero.
      Through Death, a Hero becomes Legend.
      Through Time, a Legend becomes Myth.
      Through hearing a Myth, a Man takes an Action....
    • Mein Setup besteht aus Wollhandschuhen plus Überhandschuh aus Silnylon, Myog.


      Überhandschuhe verpackt:


      Dadurch, dass ich ein "Schnittmuster" aus Papier gebaut hab zum Ausprobieren, dieses dann übertragen und nochmal Nahtzugabe dazugetan hab, kann ich die von @Dr.Dive angesprochene Lobsterverwendung mit diesen Handschuh problemlos hinkriegen! ^^
      Und es gehen auch dicke Handschuhe drunter!
      Sorry für das Bilderhochladen außerhalb des Forums, Bilder waren nur noch beim Hoster gespeichert :rotwerd:
      LG schwyzi
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    • Moin,

      bis -10 reicht mir ein 'normales' Paar. Da habe ich jetzt die Seal Skinz Ulra Grip. Da hatte ich mal etwas in der 'Survival-Bild' dazu gelesen und sie mir daraufhin gekauft. Sie sind tatsächlich zu 100 % wasserdicht!



      Links sieht man noch meinen Vanucci Windmaster mit einem genialen Lätzchen für den Ausschnitt, wobei man damit zuweilen etwas kriminell wirkt ;)

      Komplett nahtlos verarbeitet und aus irgendeinem Weltraumstoff. Den normalen Anfordergunen im Winter halten die Stand (wie gesagt, bis etwa - 10 Grad). Klar ist ein Kriterium erst einmal dem Windchill und der allgemeinen Kälte zu strotzen, doch jeder weiß, was einen Handschuh in die Knie zwingt: Feuchtigkeit. Mal ne kleine Schneeballschlacht mit pappigem Schnee, ein wenig oben in den Saum reingesickert und schon macht so ein Handschuh keinen Spaß mehr.

      Für brutalere Kälte, die es einfach nur auszuhalten gilt bin ich auch Anhänger des Zwiebelprinzip. Da habe ich ganz normale Baumwollhandschuhe in schwarz und drüber kommen dann Fäustlinge von Roeckl mit Lammfellfutter. Damit ist es aber wie oben schon erwähnt. Ein wenig geschmolzenes durch das Bündchen und schon gehts bergab. Zumal es ja nicht nur auf den Handschuh ankommt, sondern auch auf die Ärmelbünde und wie die drüberschmiegen oder eben auch nicht.


      @schwyzi die Dinger erinnern mich ein wenig an Mopedüberzieher, hatte so etwas ähnliches mal, als ich mehr Karre fuhr. Schwitzen sollte man da eigentlich nicht, da sie durch die Öffnung an den Handfesseln ja noch ordetllich Luft rein und rauslassen, aber ich kann mir vorstellen, dass sie in erster Linie dafür sorgen, dass die Wollhandschuhe darunter trockener bleiben da sie vor Schnee und Schniesel geschützt sind. Und da ich hier noch nen Fetzen Silnylon zu liegen habe, werde ich das die Tage mal nachnähen, danke fürs Zeigen!


      Ich hätte allerdings noch mal eine Frage zu Fäustlingen, gibt es Fäustlinge die vom Schnitt her nicht diesen klassischen Trichter und dann ein Bündchen direkt an der Handfessel haben, also die man richtig schön am Handknöchel dicht machen kann?


      Grüße!
      'Sorry Dave, i'm afraid i can't do this.'
    • Stefan schrieb:

      Da habe ich jetzt die Seal Skinz Ulra Grip. Da hatte ich mal etwas in der 'Survival-Bild' dazu gelesen und sie mir daraufhin gekauft. Sie sind tatsächlich zu 100 % wasserdicht!
      Stefan,wie findest du die Handschuhe?
      Die Mütze fand ich ja nicht gut weil ich das Gefühl hatte das da drei Schichten übereinander rutschen und es etwas raschelig ist.
      Seit dieser Erfahrung hält es mich ab Socken oder Handschuhe von Seal Skinz zu kaufen.
    • Rockdog schrieb:

      Stefan schrieb:

      Da habe ich jetzt die Seal Skinz Ulra Grip. Da hatte ich mal etwas in der 'Survival-Bild' dazu gelesen und sie mir daraufhin gekauft. Sie sind tatsächlich zu 100 % wasserdicht!
      Stefan,wie findest du die Handschuhe?Die Mütze fand ich ja nicht gut weil ich das Gefühl hatte das da drei Schichten übereinander rutschen und es etwas raschelig ist.
      Seit dieser Erfahrung hält es mich ab Socken oder Handschuhe von Seal Skinz zu kaufen.
      Idee für einen neuen Thread ;)
      Alles über Seal Skinz Bekleidung
      @Stefan kann man bitte die Links farbig absetzen? Sie fallen eigentlich gar nicht als solche auf, nur wenn man zufällig mit dem Cursor darüber fährt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ope ()

    • @ope et al
      Sorry, etwas spät...
      Zu den Silnylon-Überhandschuhen, der Stoff ist absolut dicht und irre reißfest, noch auch keinerlei SCheuerstellen erkennbar.
      Und Schwitzwasser?? Ich trag die im Winter ^^ wenn da meine Hände schwitzen würden, wäre ich froh...
      LG schwyzi
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    • Hier mal meine Handschuhkombi!

      Wollfäustlinge - Linkes Paar mit Greifloch für den Zeigefinger
      Rechtes Paar wahrscheinlich die wärmsten Merinofäustlinge am Markt,extralange Stulpe,vorgeformte Finger wie beim Boxhandschuh,vierfädig gestrickt und 163g reine gewalkte Merinowolle.

      Wenn es kalt und nass ist kommen die Goretexfäustlinge zum Einsatz

      Liner 100%Wolle,BW-Winterhandschuhe,Skihandschuhe
      Je nach Witterung kann dann kombiniert werden.
      Meist reicht der BW-Handschuh alleine,gerade bei Bewegung!
      Wenn es richtig frostet gerne mit Liner oder nur ein paar Fäustlinge.
    • Dr.Dive schrieb:

      ..mache doch noch nen Nähkurs...
      Mach das bloß, die Handschuhe sind leicht zu nähen!
      Und sie sind multi-use: Wenn ich sie auf links ziehe, hab ich wasserdichte Beutel z.B. zum Zundersammeln (deshalb die Gummizugschnur mit Tanka, sonst würd die Schnur alleine reichen und man sparte enorm Gewicht ;) )
      LG schwyzi

      PS Stoff für ein Paar weitere Handschuh hätt ich noch...PN genügt! :)
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    • Hier wie versprochen ein Bild meiner beiden Haupt Setups.
      Die linken Handschuhe sind Rough Tough Arbeitshandschuhe von Engelbert und Strauss je nach Kälte mit Linerhandschuhen von Icebreaker kombiniert. Damit kann man bis ca. minus 25 Grad arbeiten (die Hände sind also in Bewegung).

      Rechts meine Handschuhe fürs Extreme Heat Company Special Forces. Auch diese kann man mit Linern noch hoch pimpen haben aber dank Primaloft Füllung schon Temperaturen von minus 33 Grad abgehalten, ohne Tätigkeiten die die Finger hätten warm halten können (Nordlichttour in Lappland). Man kann die Fäustlinge aufklappen und hat dann Fingerhandschuhe (zum Beispiel zum Fotografieren).
      Man kann in eine oben eingearbeitete Tasche Heatpacks hineinschieben. Besonders gut die Armmanschetten, die sorgen dafür das man die Handschuhe nicht verliert und der doppelte zuziehbare Bund.
      Ich habe zu den Icebreaker Linern noch diverse andere von Woolpower etc. aus Merino, Schurwolle, Fleece. Diese kombiniere ich nach Bedarf mit den beiden Oberhandschuhen.

      Edit;
      Die Heat Handschuhe sind auch super für den jagdlichen Einsatz.
      Bilder
      • DSCN8051.JPG

        847,74 kB, 2.592×1.944, 15 mal angesehen

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    • Nach vielem Hin- und Hergrübeln bin ich jetzt bei folgendem Zwischenstand angelangt:

      Als erstes meine Mountain Hardware Hydra EXT-Handschuhe.



      Die gehen bei mir bis etwa -12°C solo. Sie sind aber auch zu eng, um noch dicke Wollfingerhandschuhe drunter anzuziehen - lediglich die Seidenliner passen da noch drunter. Dafür hat man alle Finger sehr gut nutzbar, also für Zeltaufbau oder andere frickelige Dinge wären diese erste Wahl. Wasserdicht sind sie auch. Die kommen daher quasi immer mit.

      Für eisigere Temperaturen muss aufgerüstet werden. Das Grundsetup wäre hier der VauDe Himalaya und als Wetterschutzschicht die Bergans Dermizax Shell Mitten.


      Bei letzteren habe ich Kordeln an der Leiterschnalle für die Handgelenksschnürung nachgerüstet, da man sie sonst mit Handschuhen nur schwer aufbekommt. Die VauDe sind aus Schladminger Wolle und recht dick und warm - somit auch robust und bei nicht zu widrigem Wetter auch solo zu tragen. Allerdings mit rutschiger Handinnenfläche, da überlegte ich mit Silikonpunkten Abhilfe zu schaffen, hab's dann aber doch gelassen. Dann kommen halt die Bergans drüber.
      Eigentlich hatte ich hier MYOG aus EtaProof geplant, der Schnitt liegt hier auch schon, aber die wasserdichte Variante war mir dann doch lieber. Vielleicht baue ich aber doch noch die Etas zum Vergleich.

      Wenn diese Kombi nicht ganz ausreicht oder man ab und an die Finger nutzen muss, kommen noch folgende Ergänzungen in Betracht: Seidenliner, Berghaus-Fleecehandschuhe und Thinsulate-Fingerlose.


      Standard ist hier der Seidenliner, ggfs. mit den Thinsulate-Dingern ergänzt. Letztere sind aber aus Polyacryl, also eher zweite Wahl - hier hätte ich gerne welche aus reiner Wolle. Die Berghaus sind sehr schön warm und leicht, aber natürlich auch nässeempfindlicher. Königsweg wäre also Seide plus Wollfingerlose oder gleich ein dünner Fingerhandschuh aus Wolle oder zumindest mit sehr sehr hohem Wollanteil. Aber so geht's auch.

      Nachtrag: Da ich eh Kleidung mit Daumenloch bevorzuge (Brynje, Woolpower), reicht anstatt der Fingerlosen auch oft der eingebaute Pulswärmer an den Ärmeln. Da gehen meine Überlegungen jetzt in Richtung der Icebreaker Oasis Gloves: globetrotter.de/shop/icebreake…Ki4iru7_dACFQ26GwodMj0OlQ
      Hat damit schon jemand Erfahrungen?