[DISKUSSION] Mehr Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit bei Survival und Bushcraft

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  • [DISKUSSION] Mehr Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit bei Survival und Bushcraft

    Nachdem ich nun mehrfach von BCG Foreninsassen auf Facebook gebeten worden bin, hier nun ein Text, der sich mit der Nachhaltigkeit beim Hobby Survival und Bushcraft beschäftigt.

    Ich denke, dass das Thema uns Survival- und Bushcraftinteressierte ebenso tangiert wie 42a oder wie uns Waffenbesitzer jeder Ammoklauf mit illegalen Waffen politisch unter Druck bringt (vgl. neuerliche Unterbringung in B-Schränkenbzw. bald VDS 1)

    Joe schrieb:

    In Foren und auf Facebook wird diskutiert, dass die beiden "Helden" vom Jochberg alles richtig gemacht haben:

    Verletzt, Signalfeuer - gerettet.
    Leider ein denkbar schlechte Beispiel für alle, die gerne Outdoors unterwegs sind:
    Wie die Ermittlungen der Polizei derzeit zeigen, war es "etwas" anders:

    1. Lagerfeuer in schlecht erreichbarer Gegend entzündet
    2. Feuer außer Kontrolle geraten
    3. Beim VERSUCH zu löschen erfolgte der Absturz
    4. Der Waldbrand geriet außer Kontrolle

    Wer wundert sich noch, dass Bushcrafter, Survivler (und Outdoorer im allgemeinen) immer stärker gesetzlich eingeschränkt werden?
    Nachtbetretungsverbot, Wegegebot und dergleichen...

    Da "Bushcraften" manche unserer Youtubehelden, indem sie gesunde (und jeweils fremde) Birken anzapfen, schälen, mit ihrem Bear Grylls Messer als "Test" auf alle möglichen Sträucher und Bäume einschlagen, da brechen Gruppen von Geocachern um Mitternacht durch die Wildschonungen und Naturschutzgebiete, fällen Jugendliche hunderte von Jungbuchen für ihren Bushcraftunterstand oder entzünden diverse Leute unkontrollierbare Lagerfeuer im Wald und hinterlassen Brandflecken und Schwelbrände.
    Da überreizen Trekker das Allemannsretten in Skandinavien so lange, bis es eingeschränkt wird, rüsten sich Survivalisten mit polnischen Gummikugelwaffen und Armbrusten gegen "Plünderer" und prügeln andere ihren polierten Stadt-SUV durch die Naturverjüngung oder lassen sich mehrfach aus selbstverschuldeter misslicher Lage auf Kosten der Allgemeinheit retten, bis keine Expeditionsgenehmigungen mehr vergeben werden.
    Warum wundern wir uns, dass unsere Tätigkeiten immer weiter eingeschränkt werden und dass mit immer weniger Wohlwollen auf das herabgesehen wird, was früher das beliebte und akzeptierte "Pfadfindertum" war?
    Ein wenig mehr Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit wäre doch mal ein guter Vorsatz für das neue Jahr.

    Viele von uns verhalten sich sprichwörtlich wie die Axt im Walde. Woran liegt das?

    Unwissen? Die Meinung: "Ich darf das!", weil es bessere Youtubefilme gibt oder weil es auch Bear Grylls macht?+

    Es geht um zerhackte Bäume, geschälte Birken, schmutzige Lagerstellen, liegen gebliebene Unterstände und so weiter.
    Und nein: es ist nicht ein Thema, das nur die "Jack-Wolfskin-Träger" aus der Stadt angeht. Schaut euch doch mal die Youtubevideos an. Mir geht da die Hutschnur.

    Wie seht ihr das?

    Passend dazu: vivalranger.com/home/wissen/an…ode-an-die-unversehrtheit

    ____________
    leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
    Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
  • Also ich handhabe das so, dass ich mich nicht wie die Axt im walde benehme.
    Birkenrinde oder auch sonstige Rinde sammle ich nach Möglichkeit immer an Totholz.
    Für den Lagerbau und als Feuerholz nehme ich auch nach Möglichkeit Totholz.
    Nach dem Prinzip "leave no trace" wird der Lagerplatz wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht.
    Ein Feuer wird nur unter größter Vorsicht entzündet und wenn es wegen Trockenheit und Waldbrandgefahr
    nicht geht, dann ist das eben so.
    Wie sich andere im Wald benehmen bei ihren Videos, darauf gebe ich nichts. Wenn ich mit bekomme, dass
    sich jemand unmöglich benimmt, dann mache ich ihn darauf aufmerksam oder melde ihn auch.

    Die Natur ist wichtig, jeder von uns sollte sie entsprechend schützen.
    Wer glaubt gut zu sein, hat aufgehört besser zu werden!
  • Wobei ich da immer zucke, wenn ich amerikanische Youtube Videos sehe - habe mir ja gerade einige Videos über Sägen angeschaut - einer hat Totholz gesägt - die andern haben einfach Bäume umgesägt - darf man da?
    Trotzdem würde ich es nicht machen.
    Da wo die 2 Münchener waren, das ist wohl Naturschutzgebiet - da wird auch nicht viel aufgeforstet - da bildet sich dann feiner Humus - der trocken und das sind fast alles Nadelwälder - die Nadeln verrotten auch sehr langsam - trocken - passt.
    Hier bei uns ist es so nass - ich glaube es wäre schwierig überhaupt ein Feuer an zu bekommen.
  • Ich denke für viele fängt das Outdoor-Abenteuer tatsächlich erst an, wenn man querwaldein durch's Dickicht rennt, bestenfalls noch einen Hasen erlegt, um ihn am Abend dann über offenem Feuer grillen zu können. Geblendet eben durch Protagonisten, die im Sinne ihrer Dokumentation für manche ein falsches Bild liefern. Zumindest meine Meinung.

    Ich möchte nicht sagen, dass es Gesetze gibt, sonst artet das hier nun wieder in einer verbalen Schlacht aus. Es gibt aber durchaus Regeln/Richtlinien, mit denen sich jeder konfrontiert sehen sollte.

    Braucht es bei jedem Ausflug ins Grüne tatsächlich ein Lagerfeuer?

    Muss man quer durch den Wald hopsen, um eventuell 100m abzukürzen?

    Muss man tatsächlich einen Baum fällen, um sich einen vorübergehenden Wanderstock zu ergattern?

    ...

    Ob die beiden Wanderer tatsächlich richtig reagiert haben, vermag ich nicht zu sagen. Ich bin diesbezüglich aber auch nicht auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen. Vielmehr stelle ich mir die Frage, ob man zu so später Stunde noch in den Wald flitzen muss, um Silvester zu feiern oder zu entgehen. Nachvollziehbar, dass die nächtlichen Temperaturen entsprechende Ausrüstung bzw. Kleidung voraussetzen, wohingegen scheinbar ein Lagerfeuer vorgezogen wurde.

    Inwiefern beschäftig(t)en sich die beiden Kollegen aber mit der umfassenden Materie, wie unsereins es beispielsweise macht? Es wird sicherlich nicht wenige geben, die im Wald lagern, sich fast häuslich einrichten, Lagerfeuer zelebrieren und Gott einen guten Mann sein lassen. Was man hier und andernorts aber so mitbekommt, ist ein anderes Bild von Outdoor. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen. YouTube ist hinsichtlich vieler Dinge sicherlich interessant und informativ, aber nicht in allen Belangen.

    Just 2 Cent! ;)
  • Joe schrieb:

    Viele von uns verhalten sich sprichwörtlich wie die Axt im Walde.
    Dem Text im grauen Kasten kann ich vielfach zustimmen, das Zitat jedoch möchte ich etwas anzweifeln. Ich denke, dass gerade Leute aus unserer kleinen Runde des BCG hier doch recht vorsichtig und naturverbunden denken.
    Bezüglich vieler YT- Videos staune ich auch oft, wieviel sich mancheiner dort wagt und herauisnimmt. Frage mich dann, "ist das denn sein" (Wald-) Grundstück?... Bei Herrn Canterbury ist es ja seit einem der letzten Videos bekannt, dass er auf eigenem Grund craftet. Bei vielen anderen bezweifle ich das.
    Aber hier gibt es doch eine wesentlich größere Schar anderer Outdoorer, die viel "schädlicher" sind. Die Hundegänger, die Hasso unangeleint durch den Wald jachteln lassen oder die teils riesigen Geocacher- Herden, die das Dickicht durchpflügen und alles umdrehen was nicht niet- und nagelfest ist, oder Firmen, die Renovierungsschrott an Waldparkplätzen die Böschung herunterkippen..... und, und, und
    In der Gesamtbevölkerung scheint auch etwas untergegangen zu sein, dass es eine Waldesruhe gibt. Das hab ich als Kind zumindest noch gelernt und gebe es an meinen Filius weiter. Der sah mich vor einigen Wochen ganz entgeistert an, als eine Schar Kinder laut gröhlend mit noch lauter knallenden Spielzeugpistolen durch den Teutoburger Wald (NSG!!!) rannten.

    Ich denke, dass wir hier allesamt doch eher zu der Vernünftigen Abteilung der Outdoorer gehören und sollten als glänzendes Vorbild weitercraften, um uneren Mitmenschen zu zeigen, dass es nicht nur schwarze Schafe in unsrer kleinen Hobbysektion gibt.
    Gruß vom Teuto,
    Doc



    "Der Mensch stammt vom Ausländer ab"
    (Dr.Dive)



    RedCollar Wildcat
  • Gutes Thema!
    Glücklicherweise haben wir im Forum Plätze in Privatbesitz, wo man im legalen und geschützten Rahmen im Wald, zumindest aber in Waldatmosphäre den üblichen Bushcraftertätigkeiten nachgehen kann. Und dann ist jemand dabei, der freundlich Grenzen setzt, wenn man diese unwissentlich überschreitet. Warum sollte man diese Plätze nicht nutzen, um Erfahrungen zu sammeln? Ohne Illegalitätsdruck, oft in Gemeinschaft. Sehr schön ist z.B. @opes Bushcraftcamp Rhön, es bietet sehr viele Entfaltungsmöglichkeiten und befindet sich in traumhafter Landschaft. Oder @Tigen s Basecamp, mit Wald und Wasser. Und einige andere. Sogar im Harz gibt es ein wunderbares Fleckchen Erde ;)
    Nutzt doch (auch) diese Angebote, das schont die Umwelt und folgt dem "Leave no trace"-Gedanken.
    Natürlich ist das dann kein Survival in der Wildnis des Amazonas, schon klar. Aber zum Ausprobieren der gekauften Sachen und zur Erweiterung der Skills zuzüglich einer guten Portion Dazulernen sind solcherlei Camps wunderbar geeignet.
    Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
  • Dr.Dive schrieb:

    Ich denke, dass wir hier allesamt doch eher zu der Vernünftigen Abteilung der Outdoorer gehören und sollten als glänzendes Vorbild weitercraften, um uneren Mitmenschen zu zeigen, dass es nicht nur schwarze Schafe in unsrer kleinen Hobbysektion gibt.
    Ich stimme dir da zu. Allerdings werden "wir" alle als homogene Gruppe von außen wahrgenommen.
    Aus diesem Grund geht das auch uns hier im Forum an. Außerdem ist die Frage wichtig, was etabliert und als normal wahrgenommen wird.

    Du kannst Dir vorstellen, dass ich auch genervt bin, wenn nach einem 5 Stündigen Nachtansitz um halb 2 jemand beobachte, wie er noch Fiffi oder Hasso zum Wasserlassen in den Wald führen muss - beleuchtet wir ein Weihnachtsbaum und natürlich nicht angeleint.

    Aber Hundehalter sind etabliert - und das Verhalten (Dreck auf dem Geweg lassen, frei über die Felder hetzen) wird akzeptiert.
    Ganz anders ist das beim Survival oder Bushcraften, weil hier vom Kollektiv die Frage nach dem Sinn gestellt wird.

    Deshalb meine ich, dass auch wir in der kleinen runde ein Teil der (zumindest wahrgenommenen) Gruppe gehören, die sich daneben benimmt.
    LG Joe
    ____________
    leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
    Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
  • Es muss ja auch nicht immer zwingend der Wald sein. Hier in Schleswig-Holstein werden in der Wintersaison die Knicks (Wallhecken) auf den Stock gesetzt - das dünne Holz wird meist gehäckselt oder schlicht auf dem Feld verbrannt. Hier kann man sich also, wenn man vorbereitet ist und sehenden Auges durch die Landschaft geht und fährt, ggfs. kosten- und problemlos mit Holz für div. Experimente eindecken. Wenn man Brennholz braucht könnte man sogar einen Deal mit dem Knickeigentümer eingehen, der vielleicht ganz froh ist, die Arbeit abgeben zu können ohne davon Kosten zu haben. Dann gewinnt man Brennholz UND Wildholz für div. Projekte, den Rest (dünnes Reisig) wird der Eigentümer dann allerdings meist trotzdem wieder verbrennen müssen.

    Viele heutige Wälder, die recht naturnah bewirtschaftet werden, bergen auch große Mengen an Totholz, so dass man oft gar nicht in die Verlegenheit kommt, im Stangenholz "wildern" gehen zu müssen. Gerade auch in Naturverjüngungen oder Bruch-Bereichen (vernässte Bereiche), tlw. auch bei Windwurfflächen oder auf Holzsammelplätzen/Rückeschneisen.

    Es gibt aber noch mehr sensible Bereiche als den Wald - ich denke da beispielsweise an die jährliche Müllsammelaktion unseres Kanuvereins auf dem "Hausfluss"... Und auch da gehe ich davon aus: Wer sich in einem Forum wie dem BCG engagiert, wird da eher auf der Seite derer stehen, die schonend mit der Natur umgehen. Ich hab allerdings auch schon Greenpeace-Aktivisten Sektflschen aus dem fahrenden Auto werfen sehen...
  • Das ist nämlich das Problem: Es geht hier weniger um objektive Fakten, sondern um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Exoten kann man leicht ausgrenzen, da findet man immer Mehrheiten. Wenn ich mir hier die vielen Reiterinnen anschaue, die hemmungslos den Pferdekot liegenlassen, dann schüttelt's mich, nicht nur dann, wenn ich mit dem Fahrrad durchfahre. Trotzdem gibt es kaum Reaktionen, da die Reiterschaft hier eine irre Lobby hat.
    Es geht leider nicht um Logik, Verhältnismäßigkeit und tatsächlichen Folgen für die Umwelt. Sondern um die Schubladen, in die man gesteckt wird. Sündenböcke sind wichtig für eine Gesellschaft. Wir Bushcrafter sollten daher tunlichst vermeiden, unsere Negativschublade selbst zu tischlern.
    Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
  • Eine Frage, die ich mir schon lange stelle: Was kann man gegen diese Äxte im Walde, hier insbesondere Nichtvorbilder auf yt und anderswo tun?
    Ich bin eher medienscheu - also als Konsument, als potentieller Protagonist sowieso :) - , daher meine Frage: Bringt das etwas, unter jedes "falsche" yt-vid etwas in die Kommentare zu schreiben?
    Klar, möglicherweise bekommt man da jedes mal einen shit-storm, aber einfach nur um zu zeigen: bushcraft geht eigentlich ganz anders?

    VG
    Bolt, der zwar nicht genau weiß, was ein social-bot(?) ist, aber der das für "eine gute Sache" garnicht mal so verkehrt findet (ohne da jetzt groß `drüber nachgedacht zu haben)
    Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
    Antoine de Saint-Exupéry
  • Brenn & Bauholz ist ein gutes Stichwort.
    Wir verwenden auf unseren Fortbildungen wie mit dem Förster abgesprochen ausschließlich (!) Totholz mit Ausnahme von einzelnen Hartriegel und Haselzweigen. Selbst bei teilweise über 300 Teilnehmern an einem Standort im Jahr haben wir es nicht geschafft, den Wald dadurch leer zu bekommen.
    Ich verstehe nicht, wie viel (wild und unerlaubt) Gesägtes und Gefälltes bei Youtubebushcraftern verwendet wird.
    Das Zeug liegt auf dem Boden und wird in aller Regel zum Bau von Butzen nach einem kurzen Telefonat vom Förster freigegeben. Stattdessen muss die Naturverjüngung dran glauben...
    Genügend häufig werden auch die Holzlagerplätze geplündert...

    Feuer zu Ausbildungszwecken unterliegt übrigens erheblich strengeren Regularien als das "private" feuern und kann falsch ausgeführt zu erheblicher Belastung des Betriebsvermögen gehen.

    Es fehlt nicht nur häufig das Wissen, wie Feuer gemacht wird, sondern auch das Wissen wann keines Falls eines entzündet werden darf, weil eigenes Wissen und Können nicht ausreichen, um es zu kontrollieren.

    Es ist auch möglich (und völlig normal) im knochentrockenen Outback Feuer zu entzünden (abhängig von der Brandwarnstufe natürlich), wer das gelernt und geübt hat, verzichtet in heiklen Situationen (Wind, loser Untergrund, trockener Unterbewuchs etc. freiwillig auf das Feuer, weil er weiß, dass es nicht zu kontrollieren ist.

    Andererseits sieht man Jungspünde (aber auch Altspünde), die auf trockenem Reisig oder in der Heide ein Feuer entzünden.
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    Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
  • Friese schrieb:

    Sündenböcke sind wichtig für eine Gesellschaft. Wir Bushcrafter sollten daher tunlichst vermeiden, unsere Negativschublade selbst zu tischlern.
    Die gesellschaftliche Wahrnehmung einer Gruppe findet dennoch auch ohne unser Zutun statt. Denk einfach an die Jagd. Welcher Amoklauf, welcher Überfall und dergleichen hat statistisch relevant mit legalen Waffen eines Jägers zu tun? Welcher Jäger ballert heute noch auf Haustiere, bedroht Waldspaziergänger oder schießt aus seinem Chayenne mit dem Vollautomaten in den Rehsprung etc? Welcher Waldläufer geht mit seinem Gürtelmesser in die Innenstadt und sticht damit jemanden ab?

    Das Bild wird unreflektiert so wahrgenommen, weil es plakativ ist. Ich denke, dass wir proaktiv Regeln und Normen für unsere Gruppe schaffen sollten, bevor das andere für uns übernehmen.
    Die Gesetze werden nämlich für alle gelten - egal ob sich der einzelne korrekt verhalten hat.

    P.S. @Friese Ich glaube, ich habe Deine Aussage missverstanden/beantwortet: Hast Du gemeint, wir sollen vermeiden, die Probleme öffentlich zu benennen und debatieren (Negativschublade selbst zimmern) oder durch Fehlverhalten ein negatives Außenbild zu gerieren?
    ____________
    leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
    Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Joe ()

  • Friese schrieb:

    Wir Bushcrafter sollten daher tunlichst vermeiden, unsere Negativschublade selbst zu tischlern.
    Da stimme ich vollkommen zu.
    Daran, dass in der öffentlichen Wahrnehmung Menchen oft in 'Schubladen' wahrgenommen werden, kann man wohl kaum etwas ändern. Aber jeder kann sich selbst fragen, ob das eigene Verhalten in Ordnung ist.
    Wenn sich alle so verhalten würden wie ich, würde uns kaum jemand wahrnehmen. Mein Holzbedarf ist sowieso minimal. Und meine Sensibilität gegenüber Flora und Fauna ist über die Jahre immer weiter gewachsen. Aber genau das ist auch ein wichtiger Punkt. Man muss erst mal viel über die Natur lernen, um zu wissen wie man sie am wenigsten stört.
    _______________________________________________________________________________________
    Das Nichts ist unbeständig. Lawrence Krauss
  • Moin.
    Der Grundtenor ist doch : Bushcraft ist in.
    Alle wollen von dem Kuchen etwas abbekommen.
    Fast jeder Hersteller von Gerödel lässt Filme von irgendwelchen Unwissenden vorstellen bzw. testen.
    Da werden Bücher geschrieben, wo einer vom anderen Abschreibt usw.

    Es geht ja gar nicht um Nachhaltigkeit sondern nur um Geld.
    Positive Ausnahmen gibt es.

    He, ich habe drei Filme gesehen. Jetzt weiß ich Bescheid, kenn mich aus, ist ja nix dabei. Das ist die Masse.
    Die melden sich nicht in Foren an, die machen einfach.

    Die Hersteller freuts.
    Die Outdoorbranche boomt und jeder will vom Kuchen...
  • Bremer schrieb:

    Der Grundtenor ist doch : Bushcraft ist in.
    Alle wollen von dem Kuchen etwas abbekommen.
    Fast jeder Hersteller von Gerödel lässt Filme von irgendwelchen Unwissenden vorstellen bzw. testen.
    Da werden Bücher geschrieben, wo einer vom anderen Abschreibt usw.

    Es geht ja gar nicht um Nachhaltigkeit sondern nur um Geld.
    Positive Ausnahmen gibt es.

    He, ich habe drei Filme gesehen. Jetzt weiß ich Bescheid, kenn mich aus, ist ja nix dabei. Das ist die Masse.
    Die melden sich nicht in Foren an, die machen einfach.

    Die Hersteller freuts.
    Die Outdoorbranche boomt und jeder will vom Kuchen...
    Stimmt, steht aber eigentlich auf einem anderen Blatt.

    Letztendlich sagen uns Hersteller, Autoren und sonstige nicht, dass wir uns im Wald so zu verhalten haben, wie es manche eben handhaben. Sicherlich freuen sich Hersteller über positive Feedback-Reviews ihrer Produkte, setzen aber nicht voraus, dass beispielsweise mit einer Säge eine junge Eiche gefällt oder mit einem Feuerstahl ein Waldbrand entfacht wurde.

    Auf der anderen Seite finden sich ja ausreichend Protagonisten, die unentwegt darauf bedacht sind, auf herrschende Regeln (Gesetze) hinzuweisen. Wenn diese missachtet werden, oder aber man sich damit nicht sonderlich beschäftigt (siehe: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht), muss man eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben.

    Aber ob man der Situation (siehe: YouTube) Herr werden kann? Ich denke nicht. Für viele stehen Abonnementen und die Einschaltquote im Vordergrund. Allerdings muss ich sagen, dass wenn man sich in anderen Bereichen umschaut, die Axt im Walde oftmals auch dort zu finden ist und nicht nur beim Bushcraft/Survival.
  • Wir, als Forum sollten aber klar Stellung beziehen.
    Uns abgrenzen von der Masse der Unwissenden.
    Das ruft auch mal Kritik hervor.

    Nur nicht auffallen ist ein Weg.
    Positiv auffallen, mit Aufklärung und Vorleben/Vormachen der bessere.

    Das Buch von @Joe ist ja auch so eine Sache.
    "Reißerischer" Titel, vom Autor nicht unbedingt gewollt, spricht aber die Masse an...
    Viele waren vom Inhalt sicher enttäuscht. Ich war positiv überrascht.
  • Joe schrieb:

    Unwissen?
    In den überwiegenden Fällen ja, denke ich. Unwissen oder zumindest ein Nicht-weiter-denken - denn irgendjemand findet ja irgendwann das Chaos, dass hinterlassen wurde. (diejenigen, denen es völlig egal ist, sind meiner Meinung nach in der Minderheit).

    Es gab eine Zeit, da habe auch ich die Hirnleistung diverser Mitmenschen in Frage gestellt, bis der Buddhismus mir die Antwort lieferte. Bei den Buddhisten gibt es keine "dummen" Menschen, nur "Nichtwissende/Unwissende", eben diejenigen denen ein gewissen know how nicht zur Verfügung steht. Darüber habe ich eine Zeit lang nachgedacht, und bin seitdem netter und nachsichtiger zu den Nichtwissenden ;)
    so long, and thanks for all the fish
  • Ich finde es oft sehr erschreckend wenn ich durch die Wälder ziehe wie oft der Müll am Wegesrand liegt.
    Von Müsliriegel ( Powerriegel ) Taschentücher usw.
    Warum schleppen einige volle Bierflaschen in den Wald ? Rennen einen Berg rauf, trinken die Flaschen aus lassen diese liegen mit dem Kommentar: Die Flaschen schleppe ich nicht wieder mit nach Hause, die sind viel zu schwer."
    Und man sieht oft am Wegesrand zwischen Wald und Straße das der nächste McDonald nicht weit weg ist.
    Ich habe in meiner Kindheit einen auf die Ohren bekommen wenn ich nur den Versuch gemacht habe meinen Taschenmüll nicht in den Mülleimer zu werfen. Bei mir hat es geholfen. :D
    Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.
  • Huch - schon wieder so ein Thread, wo jetzt jeder mal dazu schreiben kann "ich war's nicht".

    Für mich, das Baumkind, gilt: Ja, ich war's. Ich habe den Weg verlassen, Tiere aufgeschreckt, gesunde Zweig geschnitten, Taschentücher entsorgt, ... Feuer im Wald - da bin ich auch nicht unschuldig. Selbst in Wildschutzzonen bin ich schon eingedrungen...


    Das Baumkind <- böse
    Nicht lamentieren, sondern fakturieren.