DIY: ein auf senfölbasiertes Naturheilmittel

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    • DIY: ein auf senfölbasiertes Naturheilmittel

      Selbst hergestellt aus Kapuzinerkresse, Meerettich und Alkohol.
      Ich habe das folgende Rezept ausprobiert:

      Man benötigt:
      • 50 g Kapuzinerkresse-Blätter
      • 1 cm Meerrettichwurzel
      • 250 ml Ansatzalkohol (min. 50 %)
      • 1 Schraubglas


      Ich habe die Blätter grob zerschnitten und den Meerrettich fein zerrieben. Anschliessend alles in ein Glas füllen und mit dem Alkohol auffüllen.



      Nun das Ganze verschlossen zwei Wochen ziehen lassen, dabei gelegentlich schütteln.

      Schließlich habe ich das Ganze umgefüllt.










      Fertig ist das Teufelszeug.

      Letzte Woche habe ich dicke Mandeln, Schnupfen etc bekommen. Da habe ich dreimal täglich einen Teelöffel meiner Medizin genommen, nach drei Tagen wurden die Symtome deutlich weniger
      Geschmacklich ist die Tinktur eine echte Ansage


      LG
      HerrNilsson

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von HerrNilsson () aus folgendem Grund: Fälschlicherweise als Antibiotika (plural Antibiotikum) bezeichnet.

    • Also wenn das auch nur ansatzweise was mit Antibiotika zu tun hat fress ich einen Besen mitsammt Kehrschaufel...

      Meerrettich ok, Alkohol ok, der hat auch desinfizierende Wirkung....
      Brunnenkresse... also gegen Rachen- und Mandelnentzündung ist die nicht, die ist ehr gut für den Verdauungstrakt...

      Nach 3 Tagen sollte eigentlich jede Mandelentzündung von selbst nachlassen, alternativ liegt man über eine Woche flach.
    • Man sagt er habe magische Kräfte!!!

      Die Kredenz hätteste mir ja am Dienstag mal ans Bett anreichen sollen. Und wenn Du schon erschienen wärst, hättste auch ruhig nen Bier mitbringen können. Hätten wir ne Menge Spaß haben können. Aber ist ja jetzt zu spät... Was hätten wir Spaß haben können... Aber... ist ja jetzt zu spät!

      Was ist eigentlich Ansatzalkohol? Kann man da auch was anderes nehmen?
      'Sorry Dave, i'm afraid i can't do this.'
    • Das mag jetzt kein "Antibiotikum" im wissenschaftlichen Sinne sein, aber über die medizinische Wirkung von Senfölglycosiden wurde anscheinend auch schon fleissig geforscht.
      pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33795

      Also warum nicht? Mir erscheint das "Hausmittelchen" sinnvoller als irgendwelche Globuli (ohne dass ich hier eine Diskussion über Homöopathie entfachen will)

      LG, Vosegus

      Nachtrag: Der Alkohol ist hier wohl eher als Auszugsmittel denn als wirksame Komponente gedacht ^^
      Ferz mit Krigge!
    • Ansatzalkohol ist halt ein möglichst geschmackloser, hochprozentiger Alkohol.
      Ob das nun verdünnter, unvergällter, technischer Alkohol ist oder ein geschmackloser Kartoffel- oder Kornschnaps ist da nebensächlich.
      Man nennt es auch einen Auszug/alkoholischen Auszug, da sich viele wirksame Bestandteile besser in Alkohol lössen als in Wasser, und sich diese auch in Alkohol einfacher konzentrieren lassen.
      Das war die Kurzversion.

      Es ist unumstritten das manchen Pflanzen/Pflanzenbestandteilen antibakterielle Wirkung haben. Diese jedoch mit Antibiotika im herkömmlichne Sinne zu vergleichen ist wie Äpfel und Kartoffeln zu vergleichen. Calvados wird nie zu Vodka um beim Alkohol zu bleiben.

      Die angesprochenen Senf-Öl-glycoside haben sehr unterschiedliche Anwendungsgebiete. Innerlich weden sie hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, aber auch eine positive Wirkung auf die Bronchien sollen sie haben.
      Äusserlich wird Senf in der Form von Senfwickeln benutzt was aber mit Vorsicht geschehen sollte, da der Senf regelrecht die Haut wegbrennen kann. Wer einmal mit einem Senfwickel eingeschlafen ist...
      Alternativ zur Brunnenkresse hätte man auch Senfkörner nehmen können...

      Meerrettich enthält auch Senf-Öl-glycoside, er wird auch wegen seiner bakterizieden Wirkung als das bairische Antibiotika bezeichnet. Es ist trotzdem im herkömmlichen sinne kein Antibiotikum. Eine Meerrettich-Creme-Sosse oder gekochtes Rindfleisch mit Meerrettich... Also wer damit nicht gesund wird....

      Wenn ich mir den Geschmack von dem Gebräu vorstelle rollen sich mir die Fussnägel. ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von supi () aus folgendem Grund: Fehler meinerseits ausgebessert und das 2 mal.... war wohl nicht mein Tag

    • Zum Thema Ansatzalkohol...
      Die günstigste Art der Herstellung ist folgendes Rezept:
      8kg Zucker im Faß bis auf 25l Volumen mit Wasser auffüllen und auflösen
      Turbohefe dazu, Gärröhrchen drauf, 3-10 Tage warten bei Zimmertemperatur
      Nach erfolgter Vergärung brennen (sollte nach dem Brennen ca. 64% Alkohol ergeben)
      Durch ein Rohr mit Aktivkohle schütten, das neutralisiert den süßlichen und ziemlich ekligen Hefegeschmack der Turbohefe
      Das Resultat ist ein wodkähnlicher und sehr starker Alkohol, den man für Liköre und natürlich dem besagten "Antibiotikum" nutzen kann.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Ok, danke für die Erklärung. :zwinker:

      Um aber doch mal konstruktiv zu fragen: gibt es denn ein "natürliches" Mittel aus der Pflanzenwelt, welches den Namen "antibiotisch" verdient? Dass viele im Volksmund als 'natürliche Antibiotika' bezeichnet werden oder ihnen 'antibiotische' Wirkung zugeschrieben/angedichtet wird ist bekannt. Aber rein medizinisch definiert, gibt es da etwas?

      VDuG, Stefan
      'Sorry Dave, i'm afraid i can't do this.'
    • @Stefan, das ist wie so oft, nur eine Frage der Definition. Ursprünglich wurden zu den "Antibiotika" nur von Pilzen gebildete Stoffwechselprodukte gezählt.

      Darüber hinaus ist die Wirkungsweise das Absterben von Bakterien während des Wachstums durch Auflösung ihrer Zellwand. Die Bakterien nehmen diesen vom Pilz gebildeten Stoff (z.B. Penicillin) aktiv auf und bauen ihn in ihre Zellwand ein, was aber zu deren Zerfall führt. Daher ist z.B. desinfizierender Alkohol streng genommen kein Antibiotikum, da die Wirkungsweise eine andere ist.
      "We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again."

      Krakauer, Jon. Into the Wild (Picador Classic Book 78) (S.96). Pan Macmillan.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Naturerlebnis ()

    • Eine übliche Definition:

      Antibiotika sind Substanzen, welche einen hemmenden Einfluss auf den Stoffwechsel von Mikroorganismen haben. Im engeren Sinne zählen dazu nur solche Stoffe, die spezifisch gegen Prokaryoten (Lebewesen ohne Zellkern) wirken - unabhängig davon, ob aus Bakterien, Pilzen oder Pflanzen oder sonstwie gewonnen. Bakteriostatisch oder Bakterizid spielt bei der Definition keine Rolle.


      supi schrieb:

      Nach 3 Tagen sollte eigentlich jede Mandelentzündung von selbst nachlassen
      Vielleicht nicht alle, aber sicher ein Grossteil, da diese Krankheit als selbstlimitierend gilt.


      Mir persönlich wäre im Falle einer Angina Manukahonig schon rein aus geschmacklichen Gründen lieber.

      Übrigens wird die schulmedizinische Antibiotikatherapie vor allem eingesetzt, um die Komplikationen zu verhindern (rheumatisches Fieber, Myo- / Endokarditis etc.)

      ... und Halsschmerzen sind überwiegend auf virale Infektionen zurück zu führen.
      spressiertwiedsau
    • Im unten stehenden Artikel eine ausführlichere Erläuterung, in der auch zwischen "der ursprünglichen Definition" und "weniger konsequenter Sprachgebrauch" unterschieden wird (nein, nicht aus wikipedia, was seriöses :) ).

      spektrum.de/lexikon/biologie/antibiotika/4027
      "We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again."

      Krakauer, Jon. Into the Wild (Picador Classic Book 78) (S.96). Pan Macmillan.
    • Stefan schrieb:

      Ok, danke für die Erklärung. :zwinker:

      Um aber doch mal konstruktiv zu fragen: gibt es denn ein "natürliches" Mittel aus der Pflanzenwelt, welches den Namen "antibiotisch" verdient? Dass viele im Volksmund als 'natürliche Antibiotika' bezeichnet werden oder ihnen 'antibiotische' Wirkung zugeschrieben/angedichtet wird ist bekannt. Aber rein medizinisch definiert, gibt es da etwas?

      VDuG, Stefan

      Das besondere an "Penicillin G" (Das man häufig meint wenn man von Antibiotika spricht) ist abgesehen davon, dass es tatsächlich ein Naturstoff, dass es hoch potent und ganz spezifisch auf eine Struktur in Bakterien wirkt, die es bei Menschen gar nicht gibt. Damit hat es verglichen mit seiner Wirksamkeit nur sehr geringe Nebenwirkungen.

      So etwas ist mir in der Form aus der Pflanzenwelt nicht bekannt. Aus evolutionärer Sicht ist das auch gar nicht so schlau, weil der Nachteil der hohen Spezifität eine einfachere Resistenzbildung ist.

      Dennoch gibt es einige Pflanzen oder Pflanzeninhaltsstoffe die eine schulmedizinisch nachgewiesene, positive Wirkung auf Infekte haben.

      Eine Pflanze die wegen Ihrer guten Wirkung bei Harnwegsinfekten angewendet wird ist die Bärentraube (in Form von Tees aus Bärentraubenblättern). Die Wirkstoffe dieser Pflanze werden über die Nieren ausgeschieden und landen so in großer Menge genau an dem Ort (Harnwege), wo sie benötigt werden.

      Darüber hinaus fallen mir spontan drei Stoffgruppen ein die man mehr oder weniger Pauschal als "Antibakteriell" bezeichnen kann:

      - Senföle (Senfölglycoside = Glucosinolate): z.B. in Meerrettich, Zwiebel, Knoblauch
      - Ätherische Öle (=ein Gemisch aus Terpenen): z.B. in Salbei, Kamille, Thymean
      - Gerbstoffe: z.B. in Brombeerblättern oder Eichenrinde

      Alle drei wirken relativ unspezifisch und weit weniger potent als Pennicilin G. Das kann aber insofern positiv sein, dass sich dadurch praktisch keine Resistenzen bilden können und das Wirkungspektrum viel größer ist und z.T. auch Viren mit einschließt. Das ist evolutionär auch wieder Sinnvoll, weil sich eine Pflanze ja nicht aussuchen kann, von welchem Erreger sie befallen wird. Entsprechend hat das für uns den Vorteil, dass wir gar nicht so genau wissen müssen welcher Keim z.B. gerade bei uns Halsschmerzen verursacht. Mit einem breiten Wirkspektrum sind die chancen den Keim zu "erwischen" relativ hoch.

      Dennoch: Wenn medizinisch eine klassische Antibiotika Therapie angezeigt ist sehe ich dafür derzeit keine pflanzliche Alternative.
    • Stefan schrieb:

      Ok, danke für die Erklärung. :zwinker:

      Um aber doch mal konstruktiv zu fragen: gibt es denn ein "natürliches" Mittel aus der Pflanzenwelt, welches den Namen "antibiotisch" verdient? Dass viele im Volksmund als 'natürliche Antibiotika' bezeichnet werden oder ihnen 'antibiotische' Wirkung zugeschrieben/angedichtet wird ist bekannt. Aber rein medizinisch definiert, gibt es da etwas?

      VDuG, Stefan
      Nicht aus der Pflanzenwelt sondern aus der Tierwelt. Propolis.

      de.m.wikipedia.org/wiki/Propolis