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  • Um den Coronafaden zu schonen, hier ein Artikel zur Laien!-Rea ohne Beatmung:


    https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4907950


    Die Reanimation an sich lasse ich aussen vor. Diese lässt sich nicht theoretisch und sollte möglichst oft praktisch geübt werden.


    Rea ohne Beatmung:


    - senkt die Hemmschwelle bzw. steigert die Bereitschaft der Ersthelfer

    - ist wesentlich einfacher

    - verhindert Verzögerungen der Druckmassage

    - minimiert das Infektionsrisiko

    -..........


    Selbstredend darf/soll auch weiterhin beatmet werden, so der Helfer hierzu routiniert in der Lage ist. Ich behaupte mal frech, dass dies bei Wenigen zutrifft.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Thema Rea ohne Beatmung über kurz oder (eher) lang such Einzug in die EH-Lehrgänge finden wird. Scheint aktuell noch nicht der Fall zu sein.

    ............................................................

    "Ok, ich gebe auf, er muss sterben. Ich kann mit der Maske nicht atmen! Die OP dauert jetzt schon 20 Minuten."

    (Manfred, 41, Chirurg)

  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Thema Rea ohne Beatmung über kurz oder (eher) lang such Einzug in die EH-Lehrgänge finden wird. Scheint aktuell noch nicht der Fall zu sein.

    Vermutlich wird es in den Leitlinien zur EH 2025 aufgenommen. Sind dann nur 20 Jahre hinter den USA, dort hat die AHA (American Heart Association) dies schon 2005 in Ihre Leitlinien aufgenommen.


    ist aber wie vieles im Rettungsdienst/Erste Hilfe von Laien, Deutschland ist da weit hinten.

  • Generell ist es in D so, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eine Zeit von 15-20 Jahre brauchen um flächendeckend umgesetzt zu werden ( jedenfalls im Bereich Medizin)

    Es gilt zudem mehr in die Ausbildung der Jüngsten zu investieren. Kindgerechte EH Kurse in der Kita und Schule auf spielerische Art in Form einer Mitmach Geschichte etc.


    Leider gibt es das noch nicht wirklich.

    Ich überlege schon eine Weile ob man dahingehend nicht eine Art Verein gründen könnte und/ oder sich anderweitig dort engagieren könnte.

  • Ich muss ja alle drei Jahre einen EH-Kursus machen :shock:

    Da wurde uns beim letzten Mal schon nahegelegt, die Beatmung ( die allerdings auch geübt wurde) wegzulassen,

    vor allem dann, wenn der Verunfallte aufs Gesicht geknallt sei...

    Sollte die Hemmschwelle senken, es wurde glaubhaft versichert, dass dabei der Verunfallte nicht sofort ersticken würde!

    Aber es sei wichtig, dass v.a. das Hirn mit Blut versorgt würde.

    Also Rea ohne Beatmung wurde da schon "bevorzugt".

    LG schwyzi

    One man's trash is another man's treasure!
    Tough enough to wear pink.
    Member of the Hateful fifteen

  • Gibt es eigentlich auch valide Untersuchungen darüber, welchen Einfluss das Lied , welches man bei der Herzmassage singt, auf die Rekonvaleszenz des Patienten hat?

    Ich wurde im Kurs aufgefordert, doch lieber "Biene Maja" zu singen statt "Highway to hell"...

    One man's trash is another man's treasure!
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    Member of the Hateful fifteen

  • Ja! Uns wurden dann anschließend noch so Einweg-Masken für den Schlüsselbund in Größe einer Zahnspangenbox (wenn ihr aus den 70ern seid, erinnert ihr euch...) verkauft, also angeboten... Der Typ hat mit "...also ICH würde NICHT beatmen, wenn da Blut im Gesicht ist..." eine dauerhafte Zögerlichkeit bei der Ersthilfe ausgelöst, würde ich sagen...

    Generell gibt es - meines Kenntnisstandes nach - nicht eine einzige belastbare Statistik, ob/wie die Ersthilfe tatsächlich hilft. Nicht falsch verstehen: ich bin nicht dagegen, aber wahrscheinlich wäre es schlauer, Profis mit mehr Geld auszustatten od. überall Defis aufzuhängen (das ging ja auch erst so in den letzten 5-10 Jahren flächendeckend los).


    Alle Grüße!

    o:dee

    "If you think you are too small to make an impact, try sleeping one night in a room with a few mosquitoes." (Billy McBride)

  • Generell gibt es - meines Kenntnisstandes nach - nicht eine einzige belastbare Statistik, ob/wie die Ersthilfe tatsächlich hilft.


    Eine HLW in den ersten Minuten verbessert die Überlebenschance um ca. 50%.

    https://www.aerztezeitung.de/M…rlebenschance-249042.html



    Nicht falsch verstehen: ich bin nicht dagegen, aber wahrscheinlich wäre es schlauer, Profis mit mehr Geld auszustatten od. überall Defis aufzuhängen

    Nein, denn mehr Geld heisst nicht, dass der RD früher da ist (Hilfsfrist liegt bei 15min) und Defi´s bringen nur bei Kammerflimmern etwas.

    Bei meiner Feuerwehr wurde nach ca. zweijährigen Kampf ein Defi beschafft, dieser hängt im Feuerwehrhaus. Macht natürlich richtig Sinn.

    Man schafft es nicht, diesen in einem Kasten ausserhalb unterzubringen, der sich entweder über die Leitstelle oder mittels Zahlencode öffnen liesse. Beides ist heutzutage überhaupt kein Problem, haben wir in der Firma seit zig Jahren (zwar für was anderes).

    In der Abteilung in der ich arbeite, hat jeder Mitarbeiter einen Defi bekommen, den er im Dienst mitführen muss und auserhalb des Dienstes auch nutzen darf.



    Edit:

    Ähnlich ist es bei schweren Blutungen, ca. 5-10% der Opfer wären vermeidbar, wenn man in den ersten Minuten den Blutverlust stoppen würde. Auch hier sind uns die USA wieder ziemlich voraus.

    Dort gibt es die Initiative Stop the bleed (gibt es auch als Ableger in D).

    Dort lernen Ersthelfer den Umgang mit Tourniquet und QuickClot.

    Ebenso machen die sich stark, dass zu Defis noch ein TQ kommt.

    In D gibt es die Ulmer Traumabox (Inhalt Tourniquet und Emergency Bandage), aber diese ist aktuell noch nicht wirklich verbreitet.

  • Kindgerechte EH Kurse in der Kita und Schule auf spielerische Art in Form einer Mitmach Geschichte etc.

    Gibt es eigentlich schon lange von den verschiedenen HiOrgs, leider ist die Resonanz extrem schlecht.

    https://asb.de/unsere-angebote…kinder-lernen-erste-hilfe


    In dem Ortsverband in dem ich war (in Bayern) hatte man EH Kurse für Kinder schon vor knapp 20 Jahren im Programm, wurden dann aber, mangels Teilnehmer, wieder aufgegeben.

    Ebenso die Kurse für Schulsanitäter sind meist nicht durchgeführt worden, weil auch hier die Teilnehmer fehlten.

  • o:dee


    Folgender Artikel kann Deine Frage ein wenig beantworten


    https://link.springer.com/article/10.1007/s100490050194


    Natürlich wäre ein Ausbau der professionellen Hilfe, einhergehend mit einer realen Verkürzung der Hilfsfristen, erstrebenswert. Da hierfür aber Geld in die Hand genommen werden müsste...... Da ist es doch viel billiger, die "first responder" - Geschichte auszubauen. Inkaufnehmend, dass bei wenigen Realeinsätzen pro Jahr kein routiniertes Vorgehen erwartet werden kann.


    Ein Anfang könnte sein, den Notfallsanitätern die Kompetenzen zuzugestehen, welche ihnen durch die Ausbildung (meinet Meinung nach) gehören.

    ............................................................

    "Ok, ich gebe auf, er muss sterben. Ich kann mit der Maske nicht atmen! Die OP dauert jetzt schon 20 Minuten."

    (Manfred, 41, Chirurg)

  • Selbstredend darf/soll auch weiterhin beatmet werden, so der Helfer hierzu routiniert in der Lage ist. Ich behaupte mal frech, dass dies bei Wenigen zutrifft.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Thema Rea ohne Beatmung über kurz oder (eher) lang such Einzug in die EH-Lehrgänge finden wird. Scheint aktuell noch nicht der Fall zu sein.

    Ich würde mal von mir behaupten, dass ich eine Maskenbeatmung hinbekommen würde, würde mich allerdings im Falle des Ersthelfers und noch dazu alleine eher auf die Druckmassage konzentrieren, denn diese sollte so unterbrechungsfrei wie möglich durchgeführt werden. Wenn man dann in regelmäßigen Abständen die HDM unterbricht, die Maske aufs Gesicht drückt und ein, zwei Mal beatmet, ist meiner Meinung nach die Pause schon zu lang.

    Wenn mehrere Personen sich abwechseln können zu drücken und zu beatmen, keine Frage. Aber das wäre dann ja auch schon Glück im Unglück sowohl aus Sicht des Patienten als auch aus der der EHs

  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Thema Rea ohne Beatmung über kurz oder (eher) lang such Einzug in die EH-Lehrgänge finden wird. Scheint aktuell noch nicht der Fall zu sein.

    gibt es schon. 2019 auf einem Affrischungslehrgang wurde uns gesagt, macht es ohne Beatmung

    "He´s one of them rangers, dangerous folks they are, wandering the wild"
    "Not all who wander, are lost"
    Plan your dive, dive your plan
    Was ihr den Geist der Zeiten nennt, das ist im Grunde nur der Herren eigner Geist
    Ranger => Betrachtet Dinge aus dem Outdoorblickwinkel "Waldläufer" (5-35km/d)

  • gibt es schon. 2019 auf einem Affrischungslehrgang wurde uns gesagt, macht es ohne Beatmung

    Nö, gibt es nicht.

    In den Leitlinien ist eine Beatmung vorgesehen.


    Wenn der eine oder andere EH Ausbilder, dies so weitergibt (keine Beatmung) ist das löblich, aber widerspricht den aktuellen Leitlinien des EH Kurses.

    Die überwiegende Mehrzahl der EH Ausbilder wird sich aber an den Leitlinien halten.

  • I.

    Wenn mehrere Personen sich abwechseln können zu drücken und zu beatmen, keine Frage. Aber das wäre dann ja auch schon Glück im Unglück sowohl aus Sicht des Patienten als auch aus der der EHs

    Noch dazu, welche so aufeinander eingehen, daß es klappt.

    Zweihelfer wird ja auch extra geschult

  • Nö, gibt es nicht.

    In den Leitlinien ist eine Beatmung vorgesehen.


    Wenn der eine oder andere EH Ausbilder, dies so weitergibt (keine Beatmung) ist das löblich, aber widerspricht den aktuellen Leitlinien des EH Kurses.

    Die überwiegende Mehrzahl der EH Ausbilder wird sich aber an den Leitlinien halten.

    Da muss ich mal ein paar Rosinen loswerden:7

    Es wurde uns so beigebracht, also gab/gibt es das schon. Ob es in den Richtlinien steht, ist doch ne ganz andere Hausnummer.

    Die Lehrerin meinte auch, es steht aktuell auf dem Prüfstand und es soll so kommen,also wird siees uns so beibringen.


    Naja, war eh eine "Halbprofirunde"

    "He´s one of them rangers, dangerous folks they are, wandering the wild"
    "Not all who wander, are lost"
    Plan your dive, dive your plan
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    Ranger => Betrachtet Dinge aus dem Outdoorblickwinkel "Waldläufer" (5-35km/d)

  • Ob es in den Richtlinien steht, ist doch ne ganz andere Hausnummer

    Und um das genau geht es ja, dass die HLW ohne Beatmung in die Richtlinien aufgenommen werden soll und nicht, was ein EH Ausbilder eigenmächtig schult.


    Beispiel:

    Bei mir in der Arbeit haben wir eine jährliche EH Fortbildung.

    Diese hat überhaupt nichts mit dem EH Lehrplan zutun.

    Wir arbeiten dort nach dem MARCH Algorithmus (ist ein Schema aus dem Bereich der Spezialkräfte).

    Nutzen dort Tourniquets und Emergeny Bandages.

    Das ganze ist aber unser eigenes Ding und hat nichts mit den Leitlinien zutun.


    Oder ich war vor langer Zeit auf einem EH Kurs, da wollte ein Teilnehmer wissen, wie man eine Infusion vorbereitet, der EH Ausbilder hat ihm das dann gezeigt. Auch hier wiederum, es ist eine eigenmächtige Entscheidung und hat nichts mit dem Lehrplan zutun und hat eben bei diesem Ausbilder funktioniert. Bei anderen Ausbildern würde das nicht gehen, weil wie schon geschrieben, die allermeisten halten sich an den Lehrplan.

  • Carpe : du hast vollkommen Recht.

    "He´s one of them rangers, dangerous folks they are, wandering the wild"
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    Was ihr den Geist der Zeiten nennt, das ist im Grunde nur der Herren eigner Geist
    Ranger => Betrachtet Dinge aus dem Outdoorblickwinkel "Waldläufer" (5-35km/d)

  • Gibt es eigentlich schon lange von den verschiedenen HiOrgs, leider ist die Resonanz extrem schlecht.

    https://asb.de/unsere-angebote…kinder-lernen-erste-hilfe


    In dem Ortsverband in dem ich war (in Bayern) hatte man EH Kurse für Kinder schon vor knapp 20 Jahren im Programm, wurden dann aber, mangels Teilnehmer, wieder aufgegeben.

    Ebenso die Kurse für Schulsanitäter sind meist nicht durchgeführt worden, weil auch hier die Teilnehmer fehlten.

    Exakt, das wird angeboten! Den offiziellen Ausbildungsordner vom Roten Kreuz habe ich sogar in der Kita. Letztes Jahr ist unser Kurs coronabedingt ausgefallen, sonst machen wir das regelmäßig. Weil sich das in unserer kleinen Kita für den Ausbilder nicht lohnt haben wir ein Vorschulkindernetzwerk (sechs Kitas). Für größere Kindergärten und für Schulen sollte das kein Problem sein. Muss man halt wollen. Und wollen geht im Kindergarten halt recht einfach. Wichtig ist auch die Ausrüstung:

    Unsere Kinder kriegen das zum Abschluss in ihre Schultüte. Das kommt dann später in den Tornister und ermuntert die Kleinen, den Schulkameraden zu helfen.

    Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
    Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

    „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”