Trekkingtour, 3 Tage, 2 Nächte, nachts bis 9°, Strecke bis 75km - Was ich mitnehme

  • Hallo zusammen,


    am Wochende habe ich einen 3 Tagestour im Schwarzwald auf dem Westweg gemacht.

    Die Rahmenbedingungen: Wettervorhersage, tagsüber Sonne+Hitze, nachts Gewitter, Regen, Nebel, min 9°C. Viele Höhenmeter, geplante Strecke 75 km.

    Die Route führt überwiegend an einem Höhenzug entlang wo es nur wenigen Wasserquellen gibt.

    Das hier hatte ich dabei:


    1. Kufa-Schlafsack bis 15° Komfort

    2. Tarp 2,0 x 2,5 m

    3. kurze Isomatte

    4. Kopfkissen

    5. Groundsheet

    6. Paracord

    7. Aluheringe

    8. Schnur + Kienspanstück

    9. Trekkinghose

    10. Vliespullover

    11. Badelatschen

    12. Unterwäsche

    13. Daunenweste

    14. Regenjacke

    15. Erste Hilfe Tasche

    16. Titantopf 750 ml

    17. Titantasse 250 ml

    18. Titan - Spiritusbrenner

    19. Topfkreuz

    20. Titan-Göffel

    21. Faltnapf und Tasse

    22. Windschutz

    23. Insektenschutz

    24. Sonnenschutz

    25. 250 ml Brennspiritus

    26. Asia-Nudelsnacks

    27. Whey-Protein 100 g

    28. Nescafé

    29. Teebeutel

    30. Studentenfutter

    31. Vollkornbrot

    32. Datteln

    33. Bespaßung / Belohnung

    34. Kondensmilch

    35. Würze (Seetang + Hefeflocken)

    36. Wasserfilter

    37. Stirnlampe

    38. Feuermachen (Feuerzeug, Feuerstahl, Kienspan, Blasrohr)

    39. EDC-Box

    40. Bienenwachskerze

    41. Waschbeutel

    42. Sonnenbrille+Marschkompass

    43. Mikrotuch + Buff

    44. 5,5 Liter Wasser

    45. Schinken

    46. Gemüse (3 Karotten + 3 Kartoffel) + Weinkäse

    47. Maultaschen

    48. Kienspan

    Snacks: 3 Bananen, 3 Äpfel

    Trekkingstöcke + Regenschirm


    Hier alles zusammengepackt im 40 l Rucksack (Randvoll)

    Das Ganze wie oben abgebildet und eingepackt inkl. Trekkingstöcken, Schirm, etc wog insgesamt 18,35 kg.

    Hier unterwegs:


    Für diesen Rucksack liegt das Gesamtgewicht an der Obergrenze.

    Nach einigen Tours auf der Strecke habe ich immer wieder festgestellt, dass das Trinkwasser immer sehr knapp war.

    Unterwegs habe ich zu den mitgenommenen 5,5 l noch weitere 5 Liter zusätzlich bei Brunnen und Quellen nachgefüllt und gebraucht.

    4 Dosen Bier sind natürlich viel zum tragen, aber man gönnt sich ja sonst nichts.

    Ebenso die Maultaschen und Gemüse. Ich will aber abends auch mal was gescheites essen und nicht nur fertiges Trockenzeug.

    Der Regenschirm hat sich echt bewährt. Bei der Kombination Regenjacke+Rucksack+Bergwandern schwitze ich nur noch und da werden erst recht alle Klamotten vom Schwitzen klatsch nass.

    Der Schirm bringt den Vorteil, dass der Regen nicht zwischen Rucksack und Rücken hinunterläuft und die Beine werden weniger nass. Das bisschen Mehrgewicht nehme ich gerne in Kauf.

    Badelatschen sind abends und vor allem morgens nach dem Aufstehen eine feine Sache. und wiegen so gut wie nichts.


    Cheers Mike


    Edit: Nicht auf der Liste, aber auf dem Foto und mit dabei. 6000 mAh Powerbank, Kabel und Solarmodul. Tja heutzutage braucht alles irgendwie viel Strom: Telefon, GPS-Armbanduhr, etc

  • MacGyver , schöne Zusammenstellung von Ausrüstung und Verpflegung. Das Ganze zeigt, dass man bereits bei einer Tour von drei Tagen, die wirklich "autark" und ohne Hunger ablaufen soll, auf hohe Rucksackgewichte kommt.


    Und "UL-Wasser" gibt es nicht.

  • Richtig. Viele erzählen nur vom Basisgewicht. Maßgebend ist letzten Endes das was man auf dem Rücken trägt.

    Klar, könnte ich auf vieles verzichten und Gewicht sparen, aber ich will auch Spaß haben und den Tour auch genießen. Die Schlafqualität verbessert sich und morgens bin ich meistens wieder frisch und erholt für die nächste Etappe und wieder hochmotiviert.

    Wenn ich hungrig ins Bett gehe, wird's mir meistens nachts kalt. Dann schlafe ich nicht besonders gut und morgens fühle ich mich gleich wie am Abend davor direkt nach der letzten Etappe. Die ersten Kilometer morgens sind dann richtig qualvoll.


    Früher habe ich mehr gequält aber ich bin jetzt älter, muss nichts beweisen und genieße auch meine Tours.

    Auch wenn der Rucksack 3-5 Kilo mehr wiegt.

  • Yeah, der schwäbische Hulk war ein paar Tage im Wald. 8o


    So ein Startgewicht hatte ich letztes Jahr in Schweden auch, was mitunter an 7 kleinen Dosen Bier, 0,5L Scotch, 12 Bratwürsten, Grillsauce, Chipotle Tubenkäse, Tunbröd und ein paar Packungen Dallassalad und Potatissallad lag. :saint:

    Ich essen abends gerne meine selbst erfundenen "swedish Burritos". :koch:


    Dazu noch Trockenfutter, Riegel, Feigen, Nüsse, Körnerbrot, Käseecken, ne luftgetrockenete Salami, Isopulver und natürlich Wasser (2,5L). Plus das ganze Zeug was nicht so viel wiegt, aber sich gerne summiert.

    Ja, es kommt was zusammen wenn man ein wenig Luxus haben will. Das gönne ich mir aber auch nur weil der Rest meiner Ausrüstung sehr leicht ist. :)

    Diese Baseweight "Schummelei" um ein wenig "rumzuposen" kann man machen, muss man aber nicht. Für mich zählt am Ende nur das was hinten raus kommt, ähm dran hängt.


    Die beiden Dänen die ich getroffen habe machen das immer so:

    Ausrüstung 10-12kg inkl. Wasser und Essen-bis 20kg wird mit Bier aufgefüllt. :mrgreen:


    Deine Liste zeigt mal wieder das man für Mehrtagestouren keine riesigen (Molle)Monster braucht MacGyver . :thumbup:

    Ist immer sehr amüsant wenn man bei Youtube Videos schaut wo die Leute für ne Nacht rausgehen und einen 80-100L Rucksack plus rangetüddelten Pouches in den Wald schleppen.


    Der Westweg steht auch noch auf meiner Liste. Wollten ich eigentlich schön längst mal mit meinem Wanderkumpel gemacht haben, aber es kommt ja immer anders als man denkt, nech!


    Schaut nach Spaß gehabt aus!


    LG

  • Hach, was könnte man da alles verändern, um Gewicht zu sparen...erstmal das unsägliche Paracord 'raus und Maurerschnur rein, 1,3g pro Meter... 8o:D

    Ich weiß, du bist ja nun ne Mörderkante, MacGyver , und 18,35 kg - das trägst du doch sonst an der Uhrkette! ^^


    Trotzdem - nur als vorsichtigen Vorschlag! : Ich hab beim scavengern jede Menge kleiner Plastikfläschchen gefunden, so von Dampferliquids, mit ner feinen Düse dran - da kann man prima sowas wie Mückenschutz einfüllen und muss für drei Tage nicht die ganze Buddel schleppen. Ebenso Sonnencreme, da hab ich auch so Weichplastikfläschchen für. Falls du sowas brauchen kannst oder einfach mal ausprobieren möchtest, schick mir ne PN. Ich lass dir dann ne Auswahl zukommen. Kleinvieh macht auch Mist, dann könntest du vielleicht ne Dose Bier mehr mitnehmen. :)


    Die Bilder sind auf jeden Fall toll, und der Rucksack-klasse! :thumbsup: Hoffe, ihr hattet es richtig gut! Bin ein bisschen neidisch, schon scheixxe, wenn man nicht mehr so laufen kann :(

    LG schwyzi

    One man's trash is another man's treasure!
    Tough enough to wear pink.
    Member of the Hateful fifteen

  • Schöne Packliste und coole Tour.

    Basisgewicht interessiert mich auch nicht. Und nur wegen 100g kaufe ich mir keinen neuen Schlafsack oder so.

    Bin mit meinem Sohn auch schon einen Teil des Westweges gelaufen. Ist wirklich schön. Hatte 17,5kg Startgewicht. Kein Bier dabei, dafür ein kleines Zelt und die Isomatte und paar Klamotten vom Sohnemann. Wasser hatten wir 3,5 Liter dabei. Im Großen und Ganzen hat das mit dem Auffüllen gut funktioniert, aber manche Menschen stellen sich wirklich an, wenn man mal um 1-2 Liter Wasser bittet. Mal schauen, ob es dieses Jahr klappt mit dem Weiterlaufen.

  • Finde dass 18,5kg für eine Tour dieses Charakters ein sehr vernünftiges Packgewicht ist MacGyver. Für unsere letzte 3-tägige Wanderung im nördl. Waldviertel bin ich mit ca. 16,5kg und einem 55-Liter Rucksack gestartet, wobei zu Beginn 'nur' 1L Wasser onboard waren. Flüssigkeitstechnisch wurde schon am 2ten Tag aufgestockt. Den Gaskocher m. 2 Titantöpfen hätte ich mir sparen können, es wurde lediglich 1x für Abendessen u. 1x für Frühstück verwendet, d.h. es kam einiges von den dehydr. Fertiggerichten wieder mit nach Hause da sich bei den sommerlichen Temperaturen der Hunger in Grenzen hielt. Einige Sachen waren auf dieser Tour für 2 Leute abgestimmt, wie z.B. EH-Kit, kl. Powerpack + Solarpanel, Sonnencreme, 2-Personen Zelt, usw. Für einen Solotrip hab ich da zugegeben auch nicht wesentlich weniger mit dabei, meine Rucksackgewichte liegen für 2-3 Tage autark meist zwischen 14 und 17kg. Klar geht's noch um einiges leichter und schwerer sowieso ...

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    Frischluftdeppert
    .

  • MacGyver

    Hat den Titel des Themas von „Trekkingtour, 3 Tage, 2 Nächte, Nachts bis 9°, bis 75km - Was ich mitnehme“ zu „Trekkingtour, 3 Tage, 2 Nächte, nachts bis 9°, Strecke bis 75km - Was ich mitnehme“ geändert.
  • Ich sag mal so: Beim Essen hört die Gewichtsparerei auf. Versaut doch die schönste Tour wenns nur Tütenfrass gibt.


    Und die wichtigste Frage: Welches Messer war dabei? ;)

  • Ich sag mal so: Beim Essen hört die Gewichtsparerei auf

    Nicht bei 32. Datteln da kommt der Kern nur raus bei guter Qualität und Reifung ! :danke:

    Somit mehr Fruchtzucker weniger Gewicht und ich spucke nicht auf dem Gesammten Weg Dattelpalemen in die Landschft. :thumbsup:

  • Und die wichtigste Frage: Welches Messer war dabei? ;)

    Stimmt, da war noch was:

    Zum Tütchen öffnen, Speck schneiden und Kaffee-Umrühr-Stöckchen-Schnitzen voll "Overkill" .

    Opinel hätte ja gereicht.

    Wer's kennt, weiß auch dass man dieses Messer nicht nur mit zwei Händen ausklappen kann. Aber wenn man als "Einfacher Wanderer" und nicht als halber Soldat mit Tactial-Rucksack und Flecktarn, oder als Möchtegern-Jäger unterwegs ist, fällt man nicht besonders auf.

    Wie ihr sieht, mag ich orange :rotwerd: