Pulka-Umbau/ Erfahrungen

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    • Pulka-Umbau/ Erfahrungen

      Hallo Freunde der Wintertouren!
      Ich habe mir vor kurzem eine Pulka (die ganz einfache Paris Expedition Pulka) zugelegt.

      Da einige von euch, auch so eine Pulka nutzen, könnt ihr mir bestimmt weiterhelfen.

      Mir stellt sich die Frage, wie die Pulka am besten gezogen wird. Also mit einer Stange oder dem Seil. Auch die weiteren Modifikationen wie Befestigung fürs Gepäck, Bremsleine usw interessieren mich.

      Ich möchte die Pulka hauptsächlich für Touren mit den Schneeschuhen in unserem Mittelgebirge nutzen.
      Ich bin mir nicht sicher, wie gut das mit der Pulka bei viel Steigung funktioniert.
      Ich sehe das ganze als Versuchsobjekt ;)

      Gerne auch mit Bildern! :thumbsup:

      Grüße Marvin :danke:
    • Sobald es auch nur ein bischen bergauf und bergab geht, halte ich Stangen für sinnvoll! Habe für meinen Paris Sled auch zwei Hölzer (parallel, nicht gekreuzt) gebastelt, womit ich relativ zufrieden war. Die wurden dann am Hüftgurt vom Rucksack befestigt, da ich immer nur einen Teil der Ausrüstung im Schlitten mitnehme. Generell würde ich nicht nochmal mit einem Paris Schlitten in die Berge gehen....... wir sind zuletzt bei einer 3tägigen Bergumrundung gescheitert :/ . Irgendwie war das für mich als Flachländer konditionell nicht so mein Ding.

      Und ich glaube @smeagolvomloh hat hier irgendwo Bilder von seiner Bremsleine gepostet.....

      PS: kennst du schon unseren Winterbilderfaden? Vielleicht findest du da noch weitere Anregungen:
      Bildersammlung unser aller Winterabenteuer
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    • Bei Steigungen würde ich Gestänge empfehlen. Bergab läuft dir die sonst in die Hacken.

      Als Stangen kann ich Rattan empfehlen. Leicht, stabil und angenehm in der Hand.

      An die Pulka habe ich eine Bewegliche Halterung aus Metall geschraubt, in UForm. Daran werden die Rattanstangen geschraubt.

      Am anderen Ende ORinge mit Bandschlaufen und Schellen befestigt. Diese dann mit Karabinern ins Zuggeschirr, selbst genäht.
    • Das Ding wurde so einfach wie möglich gebaut, nicht um es nachher zu verschlimmbessern oder alles zu verkomplizieren. Würden größere Kufen Sinn machen und Praxisverbesserungen bringen, dann hätten sie die Sicken weiter ausgeformt. Meine Meinung! Die Löcher sind in dem 3mm Material auch schon Schwachstellen die reißen, da bohrt man nicht noch welche dazu, woll?!


      Warum wurde sie so gebaut? Weil sie in Hanglage rutschen soll und nicht kippen! Sie soll so leicht wie möglich sein um sie schnell über Hindernisse und Spalten zu ziehen.

      Ich hatte mehrere Videos abgespeichert, wo man das Verhalten bei Abfahrten und Hanglagen schön sehen kann. Keiner von den Expeditiontypen benutzt da ein Gestänge noch wurden da größere Kufen drangebaut. Ich such noch mehr raus, der sollte erstmal reichen, sieht man schon ne ganze Menge:



      Wenn es geländetechnisch durch "gemäßigtes Gelände" geht, wie zum Beispiel neulig genannt wurde Vidda oder Ecke Femundsmarka/Rogen, dann würde ich auch bei viel Gepäck zu Gestänge und Ski raten oder nur Rucksack und Ski...Ins Mittelgebirge würde ich mich nie mit Pulka trauen geschweige denn mit Schneeschuhen...

      Ich habe meine damals nur mit einem 9mm Kletterseil und vorne mit nem breiten Gurt ausgerüstet wie die Russen oder Kanadier, die das seit Urzeiten(mit geflochtenen Rentiersehnen und Hirschlederriemen) genau so machen, weil:

      • So ein Kletterseil unkaputtbar ist, resistent gegen Feuchtigkeit und Eis dazu noch anderweitig verwendbar ist
      • nix mit klammen Fingern geschraubt oder repariert werden muß
      • ich mehrere Methoden zum ziehen habe ohne das was ruckt
      • man schnell auf Gefahren reagieren kann, schnell den Gurt abwerfen kann um an die Ausrüstung zu kommen oder dem Kameraden zu helfen dessen Pulka umgekippt ist
      • ich mich im abschüssigen Gelände einfach draufsetzen kann oder das Ding einfach fahren lasse
      Praxisfotos zu Hanglagen, Wind, verharschtem Schnee, Abfahrten:




      Hier drüber ist eine Zugvariante von vielen, wo es kein Rucken für den Körper gibt. Man kann bei Bedarf schnell abwerfen...




      Hier setzt man sich einfach drauf und gut, ohne das ständig das Gestänge an den Rucksack schlägt oder zieht...Oder lässt das Ding fahren:








      Bei den beiden Fotos sieht man schön, wie sie selbst bei starkem Wind und hartem Schnee zum ausbrechen neigt, aber nicht kippt! Sowie der Aufbau zu hoch ist oder falsch gepackt wurde, kippt so ein Ding mit Kufen! Na komm, eins noch...#diesereisizeigtimmerdiegleichenfotos...jawoll!




      Hier schön der Riemen zu sehen...Nen mächtiger Riemen!


      Gefahrenquellen:


      Wer mal nachts in schwierigem Gelände durch Tiefschnee mußte, den ganzen Krempel für 4 Wochen um Bäume schlängeln, über Bäume ziehen, mit Schneeschuhen bis zur Hüfte weg ist um sich an der Pulka rauszuziehen, dem Kameraden die gekippte Pulka abschnallen muß, mit zwei Mann so ein Trumm die Böschungen hochzieht bis einem das Wasser im Arsch kocht um dann wieder zu gefrieren, der wird sich an meine Worte noch erinnern! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:











      Offene Flüsse, Sümpfe und Overflows. Viel Spaß mit Gestänge sollte mal was passieren! Hier habe ich mal ein Video rausgesucht, was durch die sehr guten Drohnenaufnahmen mal nen guten Einblick über die Sachlage auf den Flüssen gibt und dabei noch unterhaltsam ist:





      Dann haben wir nochmal ne super Erklärung zu Schneeverhältnissen in der "boralen Zone" mal abseits von den "beliebtesten Skigebieten Skandinaviens". Der Typ hat auch nen eigenes Winterforum und zeigt auf seinem Kanal eher die "kanadische Herangehensweise"...


















      Lass doch fahren...







      Mein Allzwecktipp, macht wie ihr denkt, aber wenn es geht probiert mehrere Varianten aus und dann vergleicht das mal untereinander...Kann jeder nur draus lernen!!!


      Haut rein! ;) ;) ;)
      Bilder
      • DSC00842.jpg

        287,82 kB, 1.920×1.276, 0 mal angesehen
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      "Überlebt oder sterbt!"
      (Outdoor Illner)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Eiswanderer ()

    • Nach einigen Berichten zur Paris Pulka bin ich auch weg von der Idee mit dem Zuggestänge!
      Auf freier gerader Strecke bestimmt komfortabel,aber wie Eisi auch geschrieben hat,eher schlecht im unebenem,waldreichen Terrain.
      In verschiedenen Berichten wird auch von gebrochenem Gestänge geschrieben,das braucht man bei Sturm und eisiger Kälte bestimmt am aller wenigsten!
      Ich nutze als Zugleine Reepschnur und um eventuelle Hackenschläge der Pulka abzumildern habe ich Rohrisolierung um den Bug geklebt.

      Wenn ich demnächst mal Zeit habe verbaue ich noch Kunststoffkufen damit mir bei steinigen Passagen das Ding nicht sofort durchraspelt,ausserdem verspreche ich mir mehr spurtreue der Pulka wenn man bedenkt das da geschätzte 30 kg Last auf den Schnee drücken.
    • Ich sehe es wie Eisi und @Rockdog: Simple aber funktionierende Zugleine.

      Irgendwo hab ich mal mein System gepostet, wobei ich nächstes Mal einen Schulterriemen á la Eisi ergänzen würde anstatt zwei einfacher Schlaufen - dann kann man div. Haltevarianten durchführen oder auch im Beckengurt einschlaufen. Bei platter Plene wäre ein Gestänge sicherlich vorzuziehen, aber bei Berg und Tal oder Wald? Vernünftige Verschnürung und gut ist.

      Ich habe mir noch zusätzlich mit zwei Gummiseilen eine Federung mit eingebaut, die ist richtig komfortabel und die würde ich auch jedem empfehlen. Nebeneffekt: Bevor die Paris einem in die Hacken rutscht, bremst meist das ganze Seilgerödel den Schwung aus. Und meine Gummiverspannung an der Paris kommt auch wieder ab, einfach ist einfach besser! Zumal das Teil halt tatsächlich fast nicht umkippbar ist.

      Übrigens ist das auch immer wieder gute Gymnastik zwischendurch, wenn man die Halteposition ändert... :D Mal beide Schnüre (bzw. den Schultergurt) in der einen Hand, dann in der anderen, über der Schulter, am Gurt, wenn es steil wird quer über die Brust, lässig am Daumen beim bergab vorlaufen lassen,... Vielleicht gibt es da mal ein Buch mit Tipps zum richtigen Schnüre halten!

      #yogafürpulkafahrer

      Edit:
      Also zusammenfassend meine Verbesserungs-Empfehlungen:
      - Zugleinenfederung
      - Löcher mit Hohlnieten stabilisieren
      - Dreieckskarabiner dort einhaken
      - Schulterpolster
      - simple Schnur zum Verschnüren der Last
      - Fertsch.
    • Hört sich gut an Dein Vorhaben @Marvin14! Da ich normalerweise Ski verwende zur Pulka bevorzuge ich die Gestängevariante. Das sieht man in meinem Video zu einer Pulkatour ganz gut, so zw. 04:50-07:40 wirds lustig. Die Pulka läuft klasse nach selbst bei moderaten Hangquerungen, Wind, etc.Viel Spaß beim mitfahren ;)
      --------------------------------------------
      Wer stahd kraid khimd ah waid!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bugikraxn ()

    • Vielen Dank für eure tollen Antworten! :danke: :danke:

      Da muss ich mir erstmal alles ganz genau durchlesen :thumbsup: .
      Mich interessiert hauptsächlich, ob die Pulka auf meinem Bergtouren eine Erleichterung oder doch eine Last ist.
      Aus den vielen Antworten schliesse ich, dass eine Leine als Zugsystem von Vorteil ist.
      Auch die Sicherung des Gepäcks scheint überflüssig zu sein.

      Grüsse Marvin
    • Marvin14 schrieb:

      1.Mich interessiert hauptsächlich, ob die Pulka auf meinem Bergtouren eine Erleichterung oder doch eine Last ist.
      2.Aus den vielen Antworten schliesse ich, dass eine Leine als Zugsystem von Vorteil ist.
      3.Auch die Sicherung des Gepäcks scheint überflüssig zu sein.
      1.Ob es ein Erleichterung oder Last ist kommt auf die Geländeverhältnisse, Schneelage an und auf was Du genau machen willst! Mußt Du z.B. viel Ausrüstung zu einem Forentreffen schleppen und ist der Weg auch noch so kurz, ist es von Vorteil. Schleppst Du im Rucksack so viel mit, daß Du stark einsinkst, isses auch von Vorteil.

      Ist das Gelände so anspruchsvoll und schwierig, daß Du die ganze Zeit am aushebeln und manövrieren bist und selbst nur mit Tagesrucksack einsinkst, ist meine Version schon mehr als schwierig und mit einem ungelenkigen Klotz mit Gestänge und auf Ski unmöglich und gefährlich. Mal ein paar Beispiele was ich damit meine, mit ein paar wenigen Fotos. Hier am nächsten Morgen gut befahrbar, da die Nacht ordentlich kalt war. Die schlimmsten Passagen konnte ich nachts nicht festhalten, da hat man andere Sorgen als Fotos zu machen. Die wenigen die ich gemacht habe sind alle verschwommen und stellen die Wirklichkeit dar, ein verschwommenes Ich, in der Erbarmungslosigkeit der Natur... 8o :D :thumbsup:









      In Bezug auf Mittelgebirge kucke ich mir dann die Schneeverhältnisse in den höchsten Lagen an und habe mir dann ein Schneefallgrenze gesetzt. Ich versuche dann nur mit Rucksack zu laufen und der wird dann so leicht wie möglich gepackt um möglichst schnell dort durchzukommen. Viele haben keinerlei Vorstellung davon, was sie da überhaupt treiben! #alpenüberquerung
      Deshalb mußt Du das für Dich ausprobieren und für Dich aus Optimum erarbeiten und das geht nur, wenn Du da erstmal hingehst und die Sachlage anschaust, mit dem was schon vorhanden ist.
      Meine persönliche Grenze ist erreicht, wenn ich dauerhaft bis zu den Knien einsinke und laufen muß wie ein Storch, wenn ich mehrmals in der Stunde bis zur Hüfte weg bin. Da habe ich mir ein Rucksackgewicht von 15 Kg gesetzt. Wird es schwerer, kann man über so ein Ding wie Konrad es gezeigt hat nachdenken, das ist wunderbar!* Wenn de Latte machen willst auf Wegen dann ziehste, wenn der Untergrund nicht befahrbar ist oder man viel klettern muß wird das Ding aufgeschnallt...Alles was so bis 2 Wochen geht, kann man damit machen.

      2.Wie oben schon erklärt nicht immer, es kommt drauf an wie sich die Tour zusammensetzt. Wenn jemand ein einfache Tour ohne jegliche Probleme (Wetter/Schneelage, geländetechnisch einfach) macht, dann wird er Dir erzählen wie toll und einfach das Ganze ist. Dagegen stehen genug Berichte wo sie mit ihrem ganzen Fummelkram bei Schneesturm dastanden und bauen mußten, gekippte oder mehrfach überschlagende Pulkas, Erfrierungen, verdrehte Knochen, mit dem Scooter ins Hotel fahren lassen bis -nach der ersten bis zweiten Wintertour die Schnauze voll und den ganzen Krempel wieder verkaufen. #helikopter

      3.In meinem Fall siehst Du oben im Post drei Varianten. Die erste ist möglichst leicht und flach verpackt und nur mit dem grünen Poncho umwickelt. So sah es drunter aus:




      Würde ich heute so nicht mehr machen...Zweite, mit der grauen Plane war das halbwegs gesichert, wie man an der Schnur sieht aber nicht ausreichend. An Hängen ist das Ganze dann nach vorne gerutscht und ich glaube auch mindestens einmal umgekippt, weil zu hoch und wackelig gebaut wurde. Dritte Version ist für mich die beste, erklär ich gleich:

      Aufbau unterwegs:



      Schwerpunkt ist dort möglchst tief und alles schneesicher verstaut. Hier der Aufbau:



      Ne wunderbare Pulkatasche wo man schnell drankommt und ich das Ding ruckzuck rausnehme, entweder ins Zelt, unters Tarp, in den Windschutz. Oben drauf ist ne 4 mm Evazote, damit nix durch den Reißverschluß kommt. Die benutze ich auch als Fußmatte oder um nochmal in der Nacht die Isoliehüllen extra einzuwickeln...Klappt bis -30 Grad.



      Das Ding hat mehrere Riemen. Die Ladung sitzt da bombenfest drin, obendrauf ist die Rolle auch extra festgezurrt und schnell entnehmar auch mit Handschuhen. Eisi, das Ding muß man sichern, damit sie bei Sturm nicht wegrollt! Ja, dann mache ich einen Karabiner durch die Schlaufe!
      Die Karabiner auch multiuse... Vorne ist Benzin extra vom Rest getrennt und da kommt auch der Müll rein. Das Band ist eins fix drei durchgezogen und bleibt abends hinten dran:



      Sieht man schön wie es nach Schneetreiben aussieht. Ich schüttel das Ding ab und nehme die Tasche trocken mit rein. Dort kann ich in Ruhe alles trocken ein und auspacken und muß nicht ständig hin und her laufen. Üblicherweise wird ein Pulkasack verwendet, der fest an der Pulka ist. Der meiner Meinung nach immer zuschneit, nassregnet, steifgefriert und das ganze Ding dann immer vollläuft. Meine kipp ich einfach um, schlag morgens das Eis einmal raus und fertig!





      Hinten ist ne Tasche wo ich schnell dran komme. Dort liegen extra Handschuhe drin und die beiden Trinkflaschen. Eine wo ich schnell trinken kann und eine wenn ne größere Pause ist und windgeschützt. Ich schmeiße den Gurt einfach ab und gehe nach hinten und muß nicht erst im Sturm das Gestänge abschnallen, Rucksack absetzen, auskühlen und ne halbe Stunde rumeiern!



      Hier sieht man nochmal schön daß das Seil gerade so passt und nicht großartig hin und her rutscht wenn es unter Spannung steht. Das geht nur wenn es locker ist. Die Dicke ist extra so gewählt und die Länge genau bemessen, um dahinter zu laufen oder vorne die Knoten einfach zu lösen und ggf. dann einfache Plastikrohre aus dem Baumarkt durchzuziehen! Der Erik Normark, zeigt hier nochmal in bewegten Bildern was ich meine, falls ich mich wieder "kryptisch ausgedrückt habe", wie manche hier immer bemängeln. :D




      Was soll man da noch groß Theater machen?! Der Riemen läuft dann einfach durch die seitlichen Schlaufen vom Crux! Hier der Knoten und Riemen, der drehbare Karabiner aus einem top Kunststoff hat, nicht nass wird und steiffriert...:



      Ist die Piste so hartgefahren, kann ich die Schneeschuhe auch noch schnell dranbasteln und man ist schneller als mit Ski oder Schneeschuhen. Wie schnell denn Eisi? So schnell, daß man aus dem Padjelanta kurz vor den offenen Seen bis nach Kvikkjokk in 9,5h läuft... ^^ ^^ ^^

      Nochmal zu den Kufen. Schaut man sich alle gängigen Pulken an, einen Hundeschlitten in Alaska, einen breiten Holzschlitten in Grönland, dann sind dort immer die gleichen Kufen aus diesem weißen Kunststoff dran der nur 5mm hoch ist!

      *Schaue Dir auch nochmal den Pulka Selbstbau Faden bei ODS an, woher Konrad seine Inspiräschen her hat und achte genau darauf, wie die absoluten Praktiker früher mal unterwegs waren... Wenn Du Dir erstmal ne Paris leihen möchtest und so ein Seil mit Riemen ausprobieren, schreib mich an! ;) ;) ;)

      Wenn mir noch was einfällt, editiere ich nochmal. Vielleicht für #unveröffentlichtesbildmaterial...



      #verausgabung #wertschätzung #achtsamkeit #aufbauforum

      :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Eiserich!
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      (Outdoor Illner)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Eiswanderer ()

    • In der Annahme dass die hier über Zugsysteme diskutierenden wahrscheinlich deutlich mehr Ahnung haben als ich, der gerade noch absolut blauäugig an das Thema Lasttransport im Winter herangeht, stelle ich jetzt mal dreist die Frage unter den Post von September. ;)

      Geplant ist eine zwei bis dreiwöchige Tour in Lappland im Muddus von Ende Februar bis März.
      Aus den obigen Empfehlungen würde ich aufgrund der Bewaldung eher zu ner Pulka mit einem Zugsystem aus Seilen/ Gurten tendieren, oder war jemand schonmal vor Ort und hat eine bessre Enpfehlung?
      Wo ich momentan auch noch am Überlegen bin ist, ob das ganze mit Langlaufski oder Schneeschuhen ablaufen soll, vom Skifahrerischen wärs kein Problem, allerdings ist das dort eh relativ flach, Schneeschuhe sind mir da grad unter dem Aspekt allein unterwegs zu sein irgendwie sypathischer.

      Vielen Dank schonmal für zahlreiche bisherige Tipps und Hinweise,
      LG, Severin
    • Rockdog schrieb:

      Kunststoffkufen
      Vielleicht als bushcraftmäßige Inspiration. Ich lese gerade ein Buch über Iniut-Kultur. Dort beschreibt der Verfasser, dass auf Schnee kein Material weniger Haftreibung erzeugt als Eis. Auch Stahl nicht (Plastik gab es Anfang der 20er Jahre noch nicht wie heute). Die Schlitten würden dadurch wesentlich mehr Strecke machen und die Hunde weniger erschöpfen.

      Eis unter dem Schlitten wurde erzeugt, indem Torfbrei mit Wasser an den Kufen festgefrohren wurde (kauen, drauf spucken, festkneten :D ). Der Torbrei dient als festhaltende Zwischenlage, weil Eis weder auf Holz, Horn oder Stahl direkt dauerhaft hält. Dieses Tuning war den Inuit so wichtig, dass sie bei zu starker Sonneneinstrahlung beim Rasten sogar die Kufen mit Fellen abgedeckt haben, damit diese nicht auftauten. "Der Schlitten ist sieben Meter lang. Unter jeder Kufe befindet sich eine Schicht gefrorenen Torfbreis mit einer dünnen Kruste Eis darüber. Während unsere Stahlkufen schwer und kreischend über den Schnee gleiten, der in der starken Kälte zu Sand zerrieben wird, überwindet Auas großer und schwerer Schlitten jeden Reibungswiderstand spielend und schießt fast wie von selbst übers Eis hin" Und: "Solange der Schnee feucht und die Luft nicht zu klar ist, laufen Eisen und Stahlschienen leicht. Aber sobald die Temperatur unter -20°C sinkt, beginnen sie im Schnee zu kleben und gleiten schwerer und schwerer, je stärker es friert. Die Kälte macht den Schnee so pulverartig, dass man auf Sand zu fahren glaubt. Der Schlitten pfeift und kreischt im Reibungswiderstand des Schnees, und selbst mit der leichtesten Ladung muss man sich langsam und mühseelig vorarbeiten [...] Wenn der Torfteig auf den Schlittenkufen festgefroren ist, müssen alle Unebenheiten entweder mit einem Hobel oder mit einem scharfen Messer geglättet werden" (Knud Rasmussen, 1934: Im Schlitten durch unerforschtes Eskimoland. S. 66 und 78-79).

      Vielleicht habt ihr ja Lust und Muse, sowas mal auszuprobieren, wenn die Temperaturen passen?
      Die Kabine war noch nie so sauber. Du hast alle Tugenden einer Frau. (Sindbad)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Quasar ()

    • @Severin

      Pulka mit Seil taugt da oben gut. Einige Winterbilder hier im Forum sind aus dem Muddus. ;) Aber die Frage nach den Fortbewegungsmitteln lässt mich vermuten, dass du nicht wirklich weißt auf was du dich da einlässt. Kann mich aber auch irren... Langlaufski taugt garnix, Backcountry Ski sehr begrenzt, alpin bemessene Schneeschuhe ebenfalls nur sehr begrenzt. Groß dimensionierte Schneeschuhe taugen was, alternativ skandinavische Waldski wie z.B. Tegsnäs.
      Skal hilse fra fjellet – det evige land,
      hvor moskus og jerven har bolig.
      Min lengsel dit inn er blitt som en brann.
      Kun der får jeg fred og blir rolig...

      Jon Ø. Hov
    • hm nein, gemacht hab ich eine mehrwöchige Wintertour in Lappland tatsächlich noch nie. Mir persönlich erschien eben auch die Option Schneeschuhe im Hinblick auf die doch recht dichte Bewaldung als die deutlich attraktivere. Da ich aber aus einer sehr skitouren- und langlaufaffinen Kinderstube komme, gab es für diese Entscheidung nicht unbedingt viel Verständnis, das andauernde Gegenreden wollte ich dann doch lieber mit der Meinung Dritter beruhigt haben ;)
    • Hauptsache ist, du kommst lebend und mit allen Finger und der Nase wieder nach Hause...... "Muddus alleine im Februar" und "blauäugig" ist eine gefährliche Kombination! Ob nun Ski oder Schneeschuh das beste ist, kommt auf das Wetter an - beides kann jeweils die bessere Lösung sein in der Gegend, denke ich. Manchmal ist auch ein Skidoo die beste Wahl ;)
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    • Vielleicht möchte einer der Herren ja mitkommen, denn wie wahrscheinlich recht einfach ersichtlich ist, war das "Alleinegehen" eher der Notwendigkeit geschuldet ;)

      Aber um den Weg von der Blauäugigkeit hin zu meiner eigentlichen Augenfarbe zu meistern, freue ich mich jederzeit über hilfreiche Hinweise (besonders der Skidoo klingt äußerst sympathisch, exakt so werde ich das machen! ;)

      Aber ja, ihr habt natürlich recht, so wirklich ausgeprägt ist mein Wissen übers Winterwandern in Lappland noch nicht, aber das ist meiner Ansicht nach außerhalb von Lappland im Winter eben auch schwer erwerbbar, deswegen die Idee mit dem Muddus.